Bundesweit einmalig: Berlin will Wohnungen in Landesbesitz überführen.
Berlin steht vor einem historischen Schritt: Die rot-grün-rote Koalition plant die Vergesellschaftung von bis zu 160.000 Wohnungen. Damit sollen Wohnungen großer privater Immobilienkonzerne wie Vonovia oder Deutsche Wohnen in den Besitz des Landes übergehen. Ein bundesweit einmaliges Vorhaben, das die Wohnungsmarktpolitik revolutionieren könnte.
Vergesellschaftung kostet bis zu 36 Milliarden Euro
Die Kosten für die Vergesellschaftung werden je nach Gutachten auf 8 bis 36 Milliarden Euro geschätzt. Pro Wohnung wären das zwischen 33.000 und 150.000 Euro. Die hohe Spanne zeigt, wie unterschiedlich die Bewertungen der Immobilien ausfallen. Die Entschädigungssumme hängt dabei stark von der gewählten Methode ab.
DIW warnt vor Milliardenlast für Berlins Haushalt
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt vor den finanziellen Folgen. Bei einer Entschädigung von 29 Milliarden Euro müsste Berlin jährlich rund 790 Millionen Euro aus dem Haushalt aufbringen, um die Mieten stabil zu halten. Dies könnte die ohnehin angespannte Haushaltslage weiter verschärfen.
Vergesellschaftung verschärft Berlins Defizitproblem
Hinzu kommt, dass Berlin bereits 2026 mit einem Haushaltsdefizit von 4,6 Milliarden Euro rechnet. Die Vergesellschaftung würde die finanziellen Spielräume der Stadt zusätzlich einengen. Kritiker befürchten, dass die Mittel für andere wichtige Investitionen fehlen könnten.
Rückkauf soll Mieten langfristig senken
Befürworter des Vorhabens argumentieren, dass die Vergesellschaftung langfristig zu bezahlbarem Wohnraum führen würde. Durch den Rückkauf der Wohnungen könnte das Land die Mieten direkt beeinflussen und soziale Härten abfedern. Ob der Plan tatsächlich umgesetzt wird, bleibt jedoch offen.