Generalsanierungen werden langsamer umgesetzt – Umleitungen sollen besser geplant werden.
Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium haben bekannt gegeben, dass bis 2031 deutlich weniger Hauptstrecken saniert werden als ursprünglich geplant. Statt 21 sollen nur noch 13 Korridore umfassend modernisiert werden, wie die tagesschau und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend berichten. Die restlichen Projekte werden demnach zeitlich verschoben, aber nicht gestrichen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger betonte, die Idee der Korridorsanierungen sei richtig, doch die Umsetzung habe in der Vergangenheit oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. Künftig solle der Bahnbetrieb nach den Arbeiten verlässlicher und pünktlicher werden, wie der CDU-Politiker erklärte. Bahn-Chefin Evelyn Palla ergänzte, man habe aus den ersten Sanierungen gelernt und wolle die Belastungen für Kunden während der Bauarbeiten minimieren.
Bahn plant Umleitungen künftig besser
Ein zentraler Punkt der neuen Strategie ist die bessere Vorbereitung von Umleitungsstrecken. Die Bahn-Tochter Infrago soll diese intensiver planen und den Bauablauf mit weiteren Baustellen im Netz abstimmen, wie sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch n-tv berichten. Besonders Wettbewerber im Güterverkehr hatten zuvor kritisiert, dass Umleitungen unzureichend vorbereitet und kommuniziert worden seien. Zudem soll der Zugverkehr nach Abschluss der Bauarbeiten schrittweise wieder hochgefahren werden, statt wie bisher an einem festen Datum.
Alle Strecken sollen ETCS-fähig werden
Alle sanierten Strecken sollen künftig vollständig für das digitale Zugleitsystem ETCS vorbereitet werden. Bisher war dies nur auf einzelnen Abschnitten geplant, wie das Manager Magazin und n-tv übereinstimmend melden. Die Bahn will damit sicherstellen, dass alle erneuerten Stellwerke ETCS-fähig sind und moderne Signalstandorte sowie Achszähltechnik verbaut werden.
Generalsanierungen zeigen erste massive Probleme
Das Konzept der Generalsanierungen war unter dem früheren Verkehrsminister Volker Wissing und dem damaligen Bahn-Chef Richard Lutz im Februar 2023 vorgestellt worden. Ursprünglich sollten bis 2031 rund 40 Strecken saniert werden, um das Netz langfristig stabiler zu machen. Doch bereits die ersten Projekte wie die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim oder die Strecke Hamburg-Berlin zeigten massive Probleme: Verzögerungen, Verspätungen und nächtliche Sperrungen prägten die Wiedereröffnung, wie die Süddeutsche Zeitung und n-tv berichten.
Sanierungen verbessern Pünktlichkeit nicht
Im ersten Halbjahr 2026 waren weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs, was zeigt, dass die bisherigen Sanierungen die Pünktlichkeit im Gesamtnetz nicht verbessert haben. Bahn-Chefin Palla hatte im Juli angekündigt, das Konzept grundlegend zu überprüfen. Einige Wochen später wurde der Zeitplan bis 2036 gestreckt, wie das Manager Magazin berichtet. Die neue Priorisierung der Sanierungen ab 2032 soll im kommenden Jahr erfolgen.