Die Deutsche Bahn verschiebt die Fertigstellung des deutschen Abschnitts der Ausbaustrecke Angermünde–Grenze Deutschland/Polen um ein weiteres Jahr. Ursprünglich sollte das Projekt bereits 2020 abgeschlossen sein, nun ist Dezember 2028 avisiert.
Kapazitätsengpässe als Hauptgrund
Die Verzögerung liegt nach Angaben der Bahn an Engpässen auf dem Markt für Leit- und Sicherungstechnik. "Trotz des großen Engagements aller Beteiligten können die erforderlichen Arbeiten im Jahr 2027 nicht mehr umgesetzt werden", hieß es am Freitag.
Der erste Bauabschnitt zwischen Angermünde und Passow ist bereits bis auf Restarbeiten fertig. Im zweiten Teil zwischen Passow und der Grenze zu Polen sollen bis Ende 2027 rund 95 Prozent der Arbeiten abgeschlossen sein, darunter Gleisanlagen, Bahnsteige, Maste und die Oberleitung.
Historische Hintergründe und aktueller Stand
Der Ausbau der Strecke hat sich bereits mehrfach verzögert. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Teile der Strecke nur eingleisig oder gar nicht elektrifiziert. Ursprünglich war eine Fertigstellung bis 2020 geplant.
Aktuell sind im letzten Abschnitt vor der Grenze die Gleise komplett entfernt, es verkehrt Schienenersatzverkehr.