SPD knapp hinter AfD – CDU droht Aus aus Landtag
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD nach ersten Prognosen die SPD knapp überholt und liegt mit 37,0 bis 38,0 Prozent vorne. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 35,5 bis 36,5 Prozent, wie der Merkur und der NDR übereinstimmend berichten. Damit könnte die AfD ihr Ergebnis aus dem Jahr 2021 mehr als verdoppeln, als sie noch 16,7 Prozent erreichte. Die SPD muss dagegen leichte Verluste hinnehmen, nachdem sie 2021 noch 39,6 Prozent der Stimmen erhalten hatte.
CDU droht historischer Landtagseinzugsverlust
Die CDU erlebt laut Prognosen ein historisches Tief. Mit 5,0 bis 5,5 Prozent droht der Partei erstmals der Einzug in den Landtag zu verpassen, wie der Merkur schreibt. Auch die Grünen und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) liegen mit jeweils rund 5,5 bzw. 4,8 bis 5,0 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke kommt auf 6,0 bis 7,5 Prozent. Die FDP scheitert mit 1,0 bis 1,2 Prozent klar am Einzug in den Landtag.
Merz nennt CDU-Ergebnis ein Desaster
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern als „Desaster“ und erklärte, die CDU sei „zerrieben worden zwischen SPD und AfD“, wie der Merkur und das ZDF berichten. Merz betonte, das Ergebnis könne man nicht schönreden. AfD-Chef Tino Chrupalla sprach dagegen von einem „klaren Regierungsauftrag“ für seine Partei, wie der NDR und der Merkur zitieren. Eine Zusammenarbeit mit der AfD hatten alle anderen Parteien im Vorfeld der Wahl jedoch ausgeschlossen.
Wahlleitung widerlegt AfD-Falschmeldungen im Netz
Die Landeswahlleitung in Mecklenburg-Vorpommern widerlegte unterdessen Falschinformationen, die auf Social-Media-Plattformen verbreitet wurden. Dort kursierten gefälschte Videos, in denen behauptet wurde, die AfD fehle auf Briefwahlunterlagen. Die Wahlleitung bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die AfD auf allen Stimmzetteln verzeichnet sei, wie der Merkur berichtet.
SPD, Linke und Grüne könnten knappe Mehrheit bilden
Erste Hochrechnungen deuten darauf hin, dass eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen eine knappe Mehrheit im Landtag erreichen könnte. Die Linke zeigte sich offen für eine weitere Regierungsbeteiligung, wie der NDR schreibt. SPD-Spitzenkandidatin Schwesig betonte, die Wähler hätten ein Signal für eine stabile demokratische Regierung gesetzt.