Flüchtiger Hendrik Holt nach monatelanger Fahndung festgenommen
Der wegen bandenmäßigen Betrugs, Bestechung und Urkundenfälschung verurteilte Windkraftbetrüger Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft Osnabrück, wie der ZDF und die Süddeutsche Zeitung berichten. Holt war seit dem 25. August auf der Flucht, nachdem er von einem genehmigten Ausgang im offenen Vollzug einer Berliner Justizvollzugsanstalt nicht zurückkehrte. Einen Tag später ging bei der Anstalt eine E-Mail ein, in der es sinngemäß hieß, Holt werde nicht wiederkommen. Weltweit wurde nach ihm mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet.
Betrüger verkaufte erfundene Windparks
Laut Oberstaatsanwalt Nils Leimbrock von der Staatsanwaltschaft Osnabrück sei der Fall Holt „an Absurdität nicht zu überbieten“, wie die Süddeutsche Zeitung zitiert. Holt hatte 2022 eine Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren erhalten, nachdem er unter anderem an ausländische Stromkonzerne nicht existierende Windparks verkauft hatte. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen. Rund zehn Millionen Euro sollen er, ein Mittäter und Familienangehörige mit der Firma Holt Holding ergaunert haben.
Festnahme in Dubai – Auslieferung steht bevor
Zuvor hatten die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ und „OM-Online“ über die Festnahme berichtet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Schanz, erklärte, Holt befinde sich weiterhin in Dubai. Als nächster Schritt müssten die Auslieferungsunterlagen übermittelt werden. Weitere Details zur Festnahme oder zum Aufenthaltsort Holts vor seiner Ergreifung wurden zunächst nicht bekannt gegeben. In Medien war zuvor ein Instagram-Post mit dem Hinweis „Liebesgrüße aus Moskau, sehr schön hier, der Kaviar ist fantastisch“ aufgegriffen worden, dessen Echtheit die Staatsanwaltschaft nicht bestätigte.
Luxusleben und Machtfantasien des Betrügers
Holt, der aus dem emsländischen Haselünne stammt, saß zuletzt seit Oktober 2024 im offenen Vollzug in Berlin. In einer ARD-Dokumentation mit dem Titel „Holt – Der Windkraft-Schwindler“ gab er sich als jemand, der gerne im Mittelpunkt steht und es gewohnt ist, zu bekommen, was er will. Vor seiner Inhaftierung besaß er 18 Luxuswagen und beschäftigte drei Fahrer. In der Doku bezeichnete er sich selbst als „Unternehmer und Abenteurer“ mit „Willen zur absoluten Macht“ und einem „gewissen Killerinstinkt“.