Plünderungen, Barrikaden, über 50 Festnahmen: Gewalt eskaliert in der Innenstadt
Nach zunächst friedlichen Protesten der Initiative „Gen Z regiert“ ist es am Samstagabend in Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie die Tagesschau berichtet, eskalierte die Lage in der Innenstadt, nachdem die Demonstration gegen 18:20 Uhr wegen eines „unfriedlichen Verlaufs“ aufgelöst worden war. Vermummte Randalierer schlagen Schaufenster ein, plünderten fünf Geschäfte und zündeten Barrikaden an. Auch ein Waffengeschäft wurde attackiert, wobei die Polizei Schreckschusswaffen sicherstellte.
Polizisten schwer verletzt bei Ausschreitungen
Die Einsatzkräfte wurden mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik angegriffen, wie der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) auf einer Pressekonferenz mitteilte. Insgesamt seien 54 Personen im Alter von 13 bis 29 Jahren festgenommen worden, darunter sowohl Frankfurter als auch Personen aus anderen Bundesländern. Mehr als 100 Polizisten wurden verletzt, einer davon schwer durch einen Steinwurf ins Gesicht, der ihm Zähne kostete. Poseck sprach von einer „völlig enthemmten Gewalt“ und schätzte die Zahl der gewaltbereiten Störer auf 1.000 bis 1.500.
Mehrheit der Täter deutsche Staatsbürger
Er benannte gewaltbereite Linksextremisten und Jugendliche, vor allem mit Migrationshintergrund, als Tätergruppen. Die Festgenommenen seien jedoch mehrheitlich deutsche Staatsangehörige, wie die Polizei betonte. Laut ZDFheute handele es sich bei den nächtlichen Randalen vor allem um junge Männer mit Migrationshintergrund, die der Polizei bereits als „erlebnisorientiert“ bekannt seien. Ein politisches Motiv sei bei dieser Gruppe nicht erkennbar.
Oberbürgermeister distanziert sich von Gewalt
Die Organisatoren der Gen-Z-Demonstration distanzierten sich ausdrücklich von den Ausschreitungen und betonten, dass die Gewalt in keinem Zusammenhang mit den Zielen der Proteste gestanden habe. Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) kündigte ein Treffen mit dem Handelsverband an, um das Vertrauen wiederherzustellen. Er betonte, dass die Herkunft der Täter für ihn keine Rolle spiele: „Mir ist völlig egal, welchen Pass jemand hat.“ Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und ruft Zeugen auf, Fotos und Videos von den Vorfällen einzureichen.