Eine Wärmepumpe kann sich selbst in einem schlecht gedämmten Einfamilienhaus bereits nach vier Jahren rechnen. Das zeigt eine Modellrechnung des WWF, durchgeführt von der Prognos AG. Besonders in Kombination mit Photovoltaik und maximaler Förderung übertrifft sie eine neue Gasheizung langfristig.
Kostenvergleich und Förderbedingungen
Die Analyse vergleicht Anschaffungs- und Betriebskosten einer neuen Gasheizung mit denen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein teilsaniertes Einfamilienhaus der Energieeffizienzklasse F. Die Wärmepumpe schlägt mit rund 43.000 Euro zu Buche, inklusive zusätzlicher Umfeldmaßnahmen, während eine Gasheizung etwa 18.000 Euro kostet. Für die Wärmepumpe sind maximal 28.000 Euro förderfähig, für Gasheizungen gibt es keine staatliche Förderung.
Eine optionale Photovoltaikanlage kostet weitere rund 10.100 Euro. Die Modellrechnung berücksichtigt zudem ab 2029 die schrittweise steigende Beimischung von Biomethan sowie höhere Gasnetzentgelte und CO₂-Preise, was die Wärmepumpe langfristig günstiger macht.
Langfristige Ersparnis und Förderentwicklung
Über 15 Jahre ist die Wärmepumpe bei einer Investition im Oktober 2026 in allen Fördervarianten günstiger als eine Gasheizung. Ohne Einkommensbonus liegt die Ersparnis bei rund 4.300 Euro ohne Photovoltaik und bei rund 6.200 Euro mit Solaranlage. Bei einem Einkommensbonus von 40 Prozent steigt der Kostenvorteil auf rund 13.800 Euro ohne Photovoltaik und 15.700 Euro mit Solaranlage.
Die Förderung für Wärmepumpen sinkt jedoch schrittweise. Wer erst im August 2028 investiert, muss laut WWF je nach Förderquote mit einem um 4.600 bis 5.380 Euro geringeren Kostenvorteil rechnen als bei einem Einbau im Oktober 2026. Ab August 2028 entfällt der Klimageschwindigkeitsbonus vollständig. Bei einem späteren Einbau ohne Einkommensbonus und ohne Photovoltaik entstehen laut Modellrechnung über 15 Jahre sogar Mehrkosten von rund 800 Euro gegenüber einer neuen Gasheizung.
Einschätzungen und Empfehlungen
Die Analyse berücksichtigt die seit Juli 2026 geltenden Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude, die sich stärker am Einkommen und an der Haushaltssituation orientiert. WWF-Gebäudeexperte Sebastian Breer betont, die Förderung langfristig im Bundeshaushalt abzusichern sei wichtig. Wer heute klimafreundlich handle, handle auch wirtschaftlich vernünftig, sagt er. Der Heizungstausch verringere zudem die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit von geopolitischen Krisen.
Die höheren anfänglichen Investitionskosten einer Wärmepumpe bleiben jedoch eine Hürde. Die Ergebnisse der Studie sind nicht pauschal auf jedes Gebäude übertragbar, da die Wirtschaftlichkeit vom Zustand des Hauses, dem Energiebedarf, der konkreten Förderung und der Finanzierung abhängt. Auch denkbare Preissteigerungen bei fossilen Energien infolge geopolitischer Krisen sind nicht berücksichtigt. Der WWF empfiehlt daher eine unabhängige Energieberatung vor der Entscheidung für ein neues Heizsystem.