Anonyme Führungskräfte aus der Versicherungsbranche sehen die Gefahr, dass vielerorts bald kaum noch Versicherungsschutz für Gebäude möglich sein wird. Zugleich warnen sie vor einer neuen weltweiten Finanzkrise, ausgelöst durch massenhaft unversicherte Immobilien.
Drei-Stufen-Plan der Versicherer
Laut einem Memo der Gruppe, das der "Spiegel" zitiert, könnten sich Regierungen und Kunden nicht mehr darauf verlassen, dass Versicherer künftig für Schäden aufkommen. Die Branche setze bereits eine Strategie um: Zuerst würden die Prämien erhöht, wodurch der Schutz für viele unbezahlbar werde. Anschließend würden Leistungen angepasst oder eingeschränkt – etwa durch den Ausschluss von Waldbrandschäden aus Gebäudeversicherungen. Schließlich zögen sich Versicherer vollständig aus bestimmten Branchen, Regionen oder Gemeinden zurück.
Das Memo mit dem Titel "Ein Warnruf" wurde von der gemeinnützigen britischen Organisation "Inside Track“ zusammengetragen. Sie ermöglicht es Führungskräften, sich anonym zu äußern. Die Gruppe bestehe laut „Inside Track“ aus Vertretern der weltweit größten Versicherer, Rückversicherer und Makler mit Tätigkeitsschwerpunkt in Großbritannien, der Schweiz und der EU.
Gefahr einer neuen Finanzkrise
Sollten Immobilien massenhaft ihren Versicherungsschutz verlieren, könnte dies eine neue Finanzkrise auslösen, warnen die Autoren. "Wir befürchten, dass eine starke Zunahme unversicherter, besonders gefährdeter Immobilien eine ähnliche Entwicklung auslösen könnte" Die Destabilisierung des Hypothekenmarktes habe bereits 2008 maßgeblich zur globalen Finanzkrise beigetragen.