Juso-Chef Philipp Türmer spricht sich vor der Neuwahl des SPD-Parteivorstandes im Januar für die Abschaffung der Doppelspitze aus. Eine alleinige Frau an der Spitze hält er für denkbar. Hintergrund ist der Rücktritt von Co-Vorsitzender Bärbel Bas im Oktober.
Kritik an der Doppelspitzen-Praxis
Juso-Chef Philipp Türmer sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagsausgabe): "Die Doppelspitze ist nicht für alle Ewigkeit festgeschrieben. Eine Frau kann ich mir als alleinige Vorsitzende vorstellen, einen Mann nicht".
Der ursprüngliche Plan, mit der Doppelspitze Frauen in der SPD zu stärken, habe laut Türmer nicht gut funktioniert.
Frauen als Schutzschild für Männer?
Laut Türmer hätten Frauen an der Spitze in der Vergangenheit den Hauptteil der Kritik auf sich gezogen und wie ein Schutzschild für den Mann gewirkt.
Türmer fügte hinzu: "Daraus abzuleiten, dass es jetzt ein Mann allein machen soll, wäre absurd. Zumal wir sehr starke Frauen haben, denen ich den Vorsitz auch alleine zutraue".
Parteitag im Januar entscheidet
Die Sozialdemokraten wollen auf einem Parteitag im Januar die komplette Führung neu wählen. Hintergrund ist der Rücktritt der Co-Vorsitzenden Bärbel Bas im Oktober.
Nach dem Willen von SPD-Chef Lars Klingbeil soll es erneut eine Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann geben. Eine zwingende Vorgabe ist das nicht. Der Parteitag könnte die Doppelspitze durch einen Beschluss aufgeben. Ob die SPD künftig eine Einzelspitze ermöglichen will, könne die Partei vor Wahlen immer wieder neu entscheiden.