US-Präsident wirft Selenskyj mangelnde Bereitschaft vor – Ukraine fordert konkrete Schritte
US-Präsident Donald Trump hat im Ukraine-Krieg erneut die Ukraine in die Pflicht genommen, eine Friedenslösung voranzutreiben. Auf Fragen von Journalisten zu mutmaßlichen Verstößen gegen die von ihm verkündete Energie-Waffenruhe antwortete Trump, er müsse sich die Vorwürfe zunächst ansehen, da es Verstöße auf beiden Seiten gegeben habe, wie die Welt und das ZDF berichten. Zugleich betonte er, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seiner Einschätzung nach stärker an einer Einigung interessiert sei als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj daran interessiert ist, einen Deal zu machen", sagte Trump laut beiden Medien.
Ukraine droht mit Angriffen auf Energieanlagen
Selenskyj hatte zuvor die USA aufgefordert, Russland zur Einhaltung der Waffenruhe zu bewegen. In einer Rede auf dem Warschauer Sicherheitsforum erklärte er, man warte auf konkrete Schritte der Amerikaner. Die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Energieanlagen zu stoppen, sofern Russland dies ebenfalls tue. Doch direkt nach Trumps Ankündigung der Waffenruhe habe Russland ein Kraftwerk in Charkiw angegriffen, was das ukrainische Energiesystem weiter geschwächt habe, so Selenskyj.
Trump-Plan für russischen Diesel löst Empörung aus
Trump hatte die Ukraine in den vergangenen Tagen mit mehreren Aussagen vor den Kopf gestoßen. So forderte er nach einem Telefongespräch mit Putin die Ablösung Selenskyjs und verkündete eine Vereinbarung zur Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland. Dieser Deal stößt sowohl bei europäischen Verbündeten als auch in den USA auf Kritik. Mehrere US-Senatoren, darunter auch Republikaner, bezeichneten das Abkommen als rechtswidrig, da der Kongress 2022 die Einfuhr russischer Energieträger verboten habe, um die Finanzierung des Krieges nicht zu unterstützen, wie die Welt berichtet.
Energiepreise und Wirtschaft geraten unter Druck
Selenskyj bot unterdessen unter einer Bedingung Neuwahlen in der Ukraine an. In einem Interview erklärte er sich bereit, Wahlen zu organisieren, falls Russland eine 60-tägige vollständige Waffenruhe einhalte. "Bitte sagen Sie Putin, er soll uns zwei Monate, 60 Tage völlige Feuerpause geben, und wir werden Wahlen organisieren", sagte Selenskyj an Trump gerichtet, wie die Welt weiter berichtet. Wahlen sind in der Ukraine unter dem geltenden Kriegsrecht jedoch aus Sicherheitsgründen verboten.
Trump macht Ukraine für Dieselpreise verantwortlich
Trumps Vorstoß für eine Energie-Waffenruhe folgt auf Druck der US-Regierung auf die ukrainische Führung, Angriffe auf russische Ölraffinerien zu beenden. Trump macht diese für steigende Dieselpreise verantwortlich, die seiner Partei vor den anstehenden US-Zwischenwahlen schaden könnten. Selenskyj wies den Vorwurf zurück und verwies darauf, dass der Krieg im Nahen Osten der größere Faktor für die Energiepreise sei.