Kehrtwende nach Kritik: Exekution von Nidal Hasan wird nicht gestreamt
US-Präsident Donald Trump hat seine Pläne für eine Live-Übertragung der Hinrichtung des zum Tode verurteilten Attentäters Nidal Hasan zurückgenommen. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eigene Recherchen und Agenturmeldungen berichtet, begründete Trump die Kehrtwende auf seiner Plattform Truth Social damit, dass viele Menschen nicht mitansehen möchten, wie der Mann sterbe. Zuvor hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth überraschend angekündigt, die Exekution öffentlich per Livestream zu übertragen, was weltweit auf scharfe Kritik stieß. Auch das ZDF bestätigt die Kehrtwende und führt aus, dass die Übertragung trotz abschreckender Wirkung nun doch nicht stattfinden werde. Die Angehörigen der Opfer sollen die Hinrichtung jedoch auf Wunsch persönlich verfolgen dürfen.
Erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren geplant
Nidal Hasan, ein ehemaliger Psychiater der US-Armee, hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschossen und 32 weitere verletzt. Er wurde 2013 zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung ist für den 3. Dezember geplant und soll durch ein Erschießungskommando vollzogen werden. Trump betonte, die Exekution werde wie geplant stattfinden, nur ohne Live-Übertragung. Die Debatte um die Todesstrafe in den USA war zuletzt durch den gescheiterten Hinrichtungsversuch der Mörderin Christa Pike in Tennessee neu entfacht worden, bei dem zwei Giftspritzen mit Pentobarbital nicht zum Tod führten.
Live-Übertragung der Hinrichtung abgelehnt
Hegseth hatte zunächst erklärt, eine öffentliche Übertragung der Hinrichtung Hasans sei notwendig, um die schwerwiegenden Konsequenzen solcher Taten zu verdeutlichen. Kritiker warnten jedoch vor einer möglichen Instrumentalisierung der Aufnahmen durch Terroristen als Propagandamaterial. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, wie verhindert werden könnte, dass Minderjährige die Übertragung verfolgen. Die Pläne stießen parteiübergreifend auf Ablehnung, wie das ZDF berichtet. US-Vizepräsident JD Vance äußerte Zweifel und erklärte, er werde sich eine mögliche Übertragung nicht ansehen.
Militärhinrichtung weckt historische Debatte
Sollte die Exekution durchgeführt werden, wäre es laut dem Death Penalty Information Center die erste Militärhinrichtung in den USA seit 65 Jahren und die erste durch ein Erschießungskommando des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg. Trump hatte die Hinrichtung Hasans erst vor Kurzem genehmigt, nachdem der Hinrichtungsversuch an Christa Pike gescheitert war. Die Debatte um die Todesstrafe bleibt damit in den USA weiter aktuell.
