US-Präsident will Umgestaltung durch Nachfolger erschweren – Kritik von Obama
US-Präsident Donald Trump hat das Oval Office im Weißen Haus zu einem Nationaldenkmal erklärt. Mit dieser Anordnung will er künftigen Amtsinhabern die Möglichkeit nehmen, den Raum ohne Zustimmung des Parlaments radikal umzugestalten. Das von Trump in seiner zweiten Amtszeit großzügig mit Goldornamenten verzierte Arbeitszimmer soll so vor Veränderungen geschützt werden, wie der Spiegel und Focus berichten. Trump betonte, der Schritt mache es „theoretisch unmöglich“, das Büro zu zerstören oder von „dummen Leuten“ umbauen zu lassen. Auch der anliegende Kabinettssitzungssaal, in dem unter anderem Kronleuchter erneuert wurden, soll unter den Denkmalschutz fallen.
Obama verspottet Trumps Oval-Office-Stil
Die Entscheidung folgt auf wiederholte Kritik an Trumps Einrichtungsstil. Ex-Präsident Barack Obama hatte das Oval Office kürzlich in einer Wahlkampfrede als „aussehend, als hätte Saddam Hussein eine Cheesecake Factory eröffnet“ verspottet, wie alle drei Quellen übereinstimmend melden. Obama verwies damit auf den überladenen Luxus in den Palastbauten des ehemaligen irakischen Diktators und den kitschigen Stil der US-Restaurantkette. Trump selbst schien von der Kritik persönlich betroffen.
Trump lässt Goldornamente und Ballsaal bauen
Trump hatte das Oval Office in seiner zweiten Amtszeit besonders intensiv umgestaltet und dabei massiv Goldornamente an den Wänden anbringen lassen. Zudem ließ er bereits den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um Platz für einen neuen Ballsaal zu schaffen – ein Projekt, das von Denkmalschützern kritisiert wird, wie die Morgenpost berichtet. Der Ballsaal darf jedoch zunächst weitergebaut werden.
Experten: Trumps Anordnungen sind nicht bindend
Während Trump die Anordnung als Schutz für ein „Symbol für unser Land und die Größe unseres Landes“ rechtfertigte, wie Focus zitiert, weisen Experten darauf hin, dass präsidiale Anordnungen ohne Weiteres von Nachfolgern aufgehoben werden können. Trump selbst habe dies in der Vergangenheit mehrfach praktiziert, wie der Spiegel anmerkt.
Demokraten gewinnen Midterms – Trump setzt auf Bauprojekte
Die Midterm-Wahlen am Dienstag endeten mit einem deutlichen Sieg der Demokraten, die nun die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses halten. Trump stand zwar nicht selbst zur Wahl, doch die Abstimmung wurde weithin als Referendum über seine Politik gewertet. In seinen öffentlichen Auftritten konzentrierte sich der Präsident in den Tagen vor und nach der Wahl vor allem auf seine Bauprojekte, darunter auch ein geplanter Triumphbogen und die Neuanlage eines historischen Golfplatzes in Washington.