Tobias Gotthardt übernimmt vorerst das Wirtschaftsministerium nach Aiwangers Tod.
Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger, bayerischer Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, löst in Politik und Gesellschaft große Betroffenheit aus. Staatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) übernimmt vorerst die Amtsgeschäfte und leitet das Ministerium, bis ein Nachfolger bestimmt ist. Bei einer Pressekonferenz in München ringt Gotthardt mit den Tränen und betont: „Es fehlt nicht bloß der Chef, es fehlt ein großer Mensch“, wie die Abendzeitung München berichtet. Die Amtschefin des Wirtschaftsministeriums, Sabine Jarothe, unterstreicht, dass die Arbeit bruchlos fortgesetzt werde – im Sinne Aiwangers. Gotthardt, der sich zum Zeitpunkt der Todesnachricht auf einer Delegationsreise in Singapur befand, kehrte umgehend zurück und führte im Ministerium zahlreiche Gespräche.
Kollektive Trauer um Aiwanger in Bayern
Jarothe versichert, die Belegschaft unterstütze ihn vollumfänglich. Auch Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) äußert sich unter Tränen: „Wir alle verlieren einen Freund“, wie der Bayerische Rundfunk (BR) zitiert. Er habe erst vor 36 Stunden an einem Sterbebett gestanden und verstehe nun langsam, dass Aiwangers Tod real sei. Im Münchner Prinz-Carl-Palais liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich seit Mittwochabend bereits Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und weitere Kabinettsmitglieder eingetragen haben. Auch die Öffentlichkeit kann bis Montag, 9.
Keine Giftspuren in Aiwangers Hotelzimmer
November, ihre Beileidsbekundungen hinterlassen. Die Ermittlungen zur Todesursache laufen noch. Laut Bild-Zeitung wurden im Hotelzimmer, in dem Aiwanger verstorben ist, keine Hinweise auf Gas- oder Gefahrstoffe gefunden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es „keinerlei Befunde“ gebe, die auf Kohlenmonoxid oder ähnliche Ursachen hindeuten. Die Freien Wähler planen ein gemeinsames Trauertreffen am Wochenende in München, bei dem es jedoch keine Personaldebatten geben soll, wie Generalsekretär Hans Martin Grötsch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Soziale Medien trauern um volksnahen Politiker
Ein offizieller Trauerakt mit Ministerpräsident Söder ist für die kommende Woche vorgesehen. Auch in sozialen Medien zeigen sich viele Menschen tief betroffen. In den Kommentarspalten von BR24 auf Instagram wird Aiwanger als volksnaher und authentischer Politiker beschrieben, unabhängig von politischen Meinungsverschiedenheiten. Nutzer erinnern an sein Engagement für Hebammen, Landwirte und andere gesellschaftliche Gruppen.