Ein selbst gebautes Bungee-Jumping-System ist einer 21-jährigen Frau in Nordrhein-Westfalen zum Verhängnis geworden. Bei einem Sprung in einem ehemaligen Steinbruch in Warstein prallte die junge Frau gegen eine Felswand und erlitt tödliche Verletzungen. Die Polizei hatte zunächst einen Kletterunfall gemeldet, korrigierte diese Darstellung jedoch am Sonntag (11. Oktober).
Erster Bungee-Sprung verlief noch ohne Probleme
Der Unfall ereignete sich bereits am Samstagnachmittag (10. Oktober) gegen 17:15 Uhr im ehemaligen Steinbruch Hillenberg in Warstein im Kreis Soest. Die 21-Jährige aus Aschersleben in Sachsen-Anhalt war gemeinsam mit vier weiteren Personen unterwegs. Die Gruppe hatte nach Angaben der Polizei eine eigene Vorrichtung für Bungee-Sprünge aufgebaut.
Ein erster Sprung mit der selbst gebauten Anlage verlief offenbar noch problemlos. Als anschließend die 21-Jährige sprang, kam es zu dem tödlichen Unglück. Die junge Frau prallte gegen eine Felswand und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu.
Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen und eines angeforderten Rettungshubschraubers konnte ihr nicht mehr geholfen werden. Sie starb noch am Unfallort. Ihre vier Begleiter blieben körperlich unverletzt, mussten jedoch von Notfallseelsorgern betreut werden.
Polizei korrigiert ursprüngliche Meldung
Zunächst hatte die Polizei am Samstagabend mitgeteilt, dass die junge Frau bei einem Kletterausflug etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt sei. Am Sonntag stellte die Kreispolizeibehörde Soest den tatsächlichen Unfallhergang richtig.
„Sie ist nicht in die Tiefe gestürzt, sondern bei dem Sprung gegen eine Felswand geschlagen“, erklärte Polizeisprecher Daniel Großert gegenüber dem WDR.
Auch eine weitere Angabe aus der ursprünglichen Polizeimeldung wurde korrigiert: Anders als zunächst dargestellt, ist das Klettern in dem stillgelegten Steinbruch grundsätzlich erlaubt. Der Deutsche Alpenverein hat dort sogar mehrere Kletterrouten ausgewiesen.
Ursache des tödlichen Unfalls noch unklar
Warum die 21-Jährige bei dem Bungee-Sprung gegen die Felswand prallte, ist bislang nicht geklärt. Auch über den genauen Aufbau der selbst konstruierten Sprunganlage und mögliche technische Fehler liegen noch keine näheren Informationen vor.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die Ermittler gehen derzeit von einem tragischen Unfall aus.