Polen vermutet russische Geheimdienste hinter dem Anschlag auf eine Starlink-Station.
Ende September wurde eine Starlink-Bodenstation in der zentralpolnischen Region Masowien durch einen Brandanschlag beschädigt. Die Station dient unter anderem der Weiterleitung von Internetdaten in die Ukraine und wird von SpaceX-Systemen genutzt. Wie der Spiegel berichtet, vermutet die polnische Regierung russische Geheimdienste hinter dem Vorfall. Polens Regierungschef Donald Tusk sprach auf X von einem „weiteren Akt hybrider Kriegsführung“ und bestätigte die Festnahme zweier Verdächtiger in Deutschland. Die beiden Männer seien türkische Staatsbürger, wie sowohl der Spiegel als auch die Tagesschau melden.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Festnahmen erfolgten am Montagnachmittag in Nürtingen durch Spezialkräfte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) unter Federführung des Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrums Baden-Württemberg, wie der SWR berichtet. Vorausgegangen war ein Ersuchen der polnischen Behörden. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte, dass die beiden Männer am Dienstag einem Haftrichter am Amtsgericht Nürtingen vorgeführt wurden. Dieser erließ europäische Haftbefehle und ordnete die Fortdauer der Untersuchungshaft an. Sollte ein Auslieferungsverfahren eingeleitet werden, wäre das Oberlandesgericht zuständig.
Innenminister fordert Ausbau der Verfassungsschutzämter
Laut SWR wurden im Rahmen der Ermittlungen Durchsuchungsbeschlüsse für drei Wohnungen vollstreckt, darunter zwei in Baden-Württemberg. Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) betonte, die Vorfälle zeigten die Notwendigkeit, die Landesämter für Verfassungsschutz zu „echten Abwehrdiensten“ auszubauen. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) forderte unterdessen eine engere europäische Zusammenarbeit gegen solche Attacken und erklärte: „Wir sind im Fadenkreuz Russlands.“
Polen rekonstruiert Tatvorbereitung mit DNA-Spuren
Polens Polizeichef Marek Boron erklärte, die Ermittler hätten die Vorbereitung der Tat sowie die Flucht der Täter rekonstruieren können. Man verfüge über Fingerabdrücke, DNA-Spuren und Bewegungsdaten der Verdächtigen, wie der SWR weiter berichtet. Einer der Festgenommenen sei in Deutschland ansässig, der andere habe eine Abschiebungsanordnung erhalten. Beide sollen jedoch möglichst schnell an Polen überstellt werden. Das Landeskriminalamt Stuttgart bestätigte die Festnahmen, machte aber keine Angaben zu den Hintergründen, wie das Handelsblatt schreibt.