Nach den US-Zwischenwahlen befürchtet der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic einen militärischen Großangriff der USA und Israels auf den Iran. Er fordert diplomatischen Druck, um eine Eskalation zu verhindern. Ein Krieg hätte demnach negative Folgen für die Region und Europa.
Ahmetovic sieht Risiko durch politische Lage
Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hält einen neuen Angriff der USA und Israels auf den Iran für möglich. "Mit Netanjahu und Trump, so angeschossen wie beide jetzt sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen möglicherweise etwas erleben, das uns nicht hilft". Die aktuelle politische Situation von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump erhöhe das Risiko, sagte er im Gespräch mit den Sendern RTL und ntv.
Auf die Frage, ob er mit einem solchen Angriff rechne, antwortete Ahmetovic: "Ich würde es nicht kategorisch ausschließen." Eine militärische Eskalation liege im Bereich des Möglichen, ohne dass er sie als sicher vorhersagen könne.
Forderung nach diplomatischem Druck
Ahmetovic rief Deutschland, Europa und arabische Staaten auf, auf Israel und die USA einzuwirken. Ziel müsse sein, eine weitere militärische Auseinandersetzung zu verhindern. "Keiner hat etwas von diesem Krieg."
Ein Krieg gegen den Iran sei aus seiner Sicht völkerrechtswidrig und schade allen Beteiligten. "Der Krieg gegen den Iran war, ist und bleibt falsch, er ist völkerrechtswidrig." Dies betonte er unabhängig von seiner Haltung zum iranischen Regime. Die Folgen eines solchen Konflikts träfen nicht nur die iranische Bevölkerung, sondern auch den Nahen Osten und Europa.
Kein Interesse an Eskalation
Ahmetovic begründete seine Position mit den negativen Auswirkungen eines Krieges. "Deshalb kann es nicht in unserem Interesse sein, dass dieser Krieg wieder aufflammt." Eine militärische Lösung liege nicht im Interesse Deutschlands oder Europas, so der SPD-Politiker.