Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen kritisiert die CDU scharf für deren Angriffe auf Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Carmen Wegge, Bundesvorsitzende der SPD-Frauen, sieht darin systematischen Sexismus. Die Union wirft Schwesig ihrerseits vor, sich von Russland kaufen gelassen zu haben.
Vorwurf des systematischen Sexismus
Carmen Wegge sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", die Union habe "Angst vor starken SPD-Frauen wie Schwesig". Das Muster sei alt: Wenn Frauen Macht hätten, würden sie nicht politisch, sondern persönlich angegriffen. Ihnen werde die Kompetenz abgesprochen, ihr Ton kritisiert und ihre Glaubwürdigkeit untergraben.
Bei Männern gelte das als Führungsstärke, bei Frauen sei es plötzlich ein Problem. Das sei kein Ausrutscher, sondern Sexismus mit System, so Wegge. Die Frauen in der SPD ließen sich davon nicht kleinmachen. Jede dieser Attacken zeige, wie sehr starke Frauen die Union nervös machten.
Gegenangriffe der CDU
CDU-Politiker hatten Schwesig nach ihrem Wahlkampf als "Frau gegen Blau" scharf kritisiert. Sie wiesen ihre Vorwürfe zurück, die Union sei unmenschlich mit der nach dem Tod der Stieftochter der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) umgegangen.
Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, warf Schwesig vor, sie habe sich von Russland kaufen lassen – in Anspielung auf ihren früheren Einsatz für die Pipeline Nord Stream 2. Beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn betonte Winkel, man lasse sich nicht von Schwesig belehren, wenn es um Anstand und Haltung in der deutschen Politik gehe.