Nach Gen-Z-Protesten eskaliert die Lage – Plünderungen und Gewalt in der Innenstadt
Nach zunächst friedlichen Demonstrationen der Initiative „Gen Z regelt“ in rund 30 deutschen Städten eskalierte die Lage am Samstagabend in Frankfurt. Vermummte Randalierer plünderten Geschäfte, zerschlugen Schaufenster und griffen Einsatzkräfte an. Wie die Tagesschau berichtet, wurden dabei 100 Polizisten verletzt, einer davon schwer. Die Polizei verzeichnete 54 Festnahmen, 87 Strafanzeigen und 1.225 Platzverweise. Fünf Geschäfte, darunter ein Waffengeschäft, wurden geplündert, insgesamt 17 beschädigt. Einsatzleiter Erik Hessenmüller sprach von einer schwierigen Gemengelage mit bis zu 30 Einsatzorten gleichzeitig. Die Randalierer hätten Böller, Molotowcocktails und Barrikaden eingesetzt, teilweise aus dem Hinterhalt. Die Polizei geht von 1.000 bis 1.500 gewaltbereiten Störern aus, die sich in der Innenstadt versammelt hatten.
CDU-Innenminister fordert harte Strafen bei Gewalt
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bezeichnete die Ausschreitungen als „entsetzlichen Gewaltexzess“ und forderte eine konsequente Aufarbeitung. Die Tätergruppe sei „überwiegend migrantisch geprägt“ gewesen, wie er auf einer Pressekonferenz betonte. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Festgenommenen mehrheitlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Poseck kündigte an, künftig stärker gegen Strukturen gewaltbereiter Menschen mit Migrationshintergrund vorzugehen und setzte auf „Inhaftierungen und abschreckende Strafen“. Er betonte, es dürfe „keine falschen Tabus“ geben. Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) zeigte sich ebenfalls erschüttert, stellte jedoch die Herkunft der Täter nicht in den Mittelpunkt. „Mir ist völlig egal, welchen Pass jemand hat oder wo seine Eltern geboren sind“, sagte er. Wer Gewalt ausübe, müsse die juristischen Konsequenzen tragen.
Polizei identifiziert gewaltbereite Tätergruppen
Die Polizei differenziert zwischen den Gruppen: Während gegen Ende der Demonstration eine kleinere Gruppe gewalttätig wurde, schreibt sie die späteren Ausschreitungen auf der Zeil einer anderen Personengruppe zu. Polizeipräsident Stefan Müller erklärte, es handele sich vor allem um junge Männer mit Migrationshintergrund, die der Polizei bereits als „erlebnisorientiert“ bekannt seien. Ein politisches Motiv sei bei ihnen nicht erkennbar. Die Festgenommenen seien zwischen 13 und 29 Jahre alt, darunter Frankfurter sowie Personen aus anderen Teilen Hessens und Nordrhein-Westfalens.
Gen-Z-Demo-Organisatoren distanzieren sich
Die Organisatoren der Gen-Z-Demonstration distanzierten sich ausdrücklich von den Ausschreitungen. „Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss“, erklärte ein Sprecher der Initiative. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) machte „gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“ für die Eskalation verantwortlich, wie die Welt berichtet. Diese hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert. Dobrindt lobte das Vorgehen der Sicherheitskräfte und betonte, dass die Täter identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Die AfD im hessischen Landtag warf der Landesregierung unterdessen vor, „französische Verhältnisse“ nicht verhindert zu haben und forderte eine stärkere Auseinandersetzung mit Linksextremismus und migrantischer Gewalt.