Pegelstand sinkt auf 40 Zentimeter – Schifffahrt stark eingeschränkt
Der Rhein in Köln hat am Montagmorgen einen neuen historischen Tiefststand erreicht. Wie der WDR berichtet, wurde ein Pegelstand von 40 Zentimetern gemessen, vier Zentimeter weniger als der bisherige Rekord Mitte August dieses Jahres. Die tagesschau bestätigt einen neuen Tiefstand, nennt jedoch 43 Zentimeter als gemessenen Wert. Beide Quellen sind sich einig, dass der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 2018 mit 69 Zentimetern deutlich überschritten wurde. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) meldet für Düsseldorf sogar einen Pegelstand von minus 5 Zentimetern, wie der Deutschlandfunk berichtet. Die Pegelstände der verschiedenen Messstationen sind jedoch nicht direkt vergleichbar, da es keinen einheitlichen Nullpunkt gibt. Die Fahrrinne für Schiffe liegt deutlich tiefer als der Pegelstand am Ufer, in Köln etwa 1,11 Meter tiefer, in Düsseldorf 1,59 Meter.
Rhein führt historisch wenig Wasser
Die anhaltende Trockenheit und der schneearme Winter in den Alpen haben zu dem extremen Niedrigwasser geführt. Normalerweise führt der Rhein im Spätsommer und Herbst ohnehin wenig Wasser, doch dieses Jahr ist das Ausmaß besonders groß. Für Anfang Oktober sind Regenfälle angekündigt, die möglicherweise etwas Entlastung bringen könnten.
Schifffahrt bricht wegen Niedrigwasser zusammen
Die geringe Wassermenge bereitet der Schifffahrt zunehmend Probleme. Frachtschiffe können nur noch mit stark reduzierter Ladung fahren, und einige Fähren entlang des Rheins mussten ihren Betrieb einstellen. Am Samstag war ein Luxus-Hotelschiff, die MS „Dutch Melody“, in der Nähe der Deutzer Brücke auf Grund gelaufen, wie sowohl der WDR als auch die tagesschau berichten. Die Wasserschutzpolizei Duisburg bestätigte, dass sich das Schiff in der Fahrrinne festgefahren hatte und von einem anderen Schiff wieder freigezogen werden musste.
Kriegsbomben durch Niedrigwasser freigelegt
Durch den extrem niedrigen Wasserstand werden zudem immer wieder Kampfmittel und Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar, die bisher unter der Wasseroberfläche verborgen waren. Am Samstag musste im Rhein bei Hersel zwischen Köln und Bonn eine Bombe kontrolliert gesprengt werden, wie der WDR und die tagesschau übereinstimmend melden. In Bonn lag der Pegelstand bei 60 Zentimetern.