Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) warnt vor einer dreifach höheren Suizidrate unter Landwirten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Als Gründe nennt er wirtschaftliche Belastungen, Bürokratie und den Klimawandel.
Bürokratie und Klimawandel als Belastungen
Die Suizidrate in dieser Branche sei "ums Dreifache höher als in der normalen Bevölkerung", sagte Rainer im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der Funke-Mediengruppe.
Die Landwirte stünden vor großen Herausforderungen, so der CSU-Politiker. Dazu zählten überbordende Bürokratie, der Klimawandel, der Wegfall von Pflanzenschutzmitteln und ein Vertrauensverlust in die Politik. "Wenn mir gesagt wird, dass jeder dritte Landwirt Liquiditätsprobleme hat, dann ist es in der Landwirtschaft natürlich sehr sehr schwierig".
Scham und falscher Stolz als Hindernisse
Zu den Ursachen der hohen Suizidrate gehöre "die Erwartungshaltung, wenn der junge Betriebsübernehmer was umstellt im Betrieb und es läuft nicht gleich so", aber auch "eine gewisse Scham", sich rechtzeitig Hilfe zu holen. "Das hat verschiedenste Hintergründe, aber natürlich sind es oftmals wirtschaftliche Schwierigkeiten, für die der überwiegende Großteil nichts dafür kann", so der Landwirtschaftsminister.
Er zeigte sich überzeugt, dass Landwirtinnen anders mit großem Druck umgingen als Landwirte: "Ich glaube schon, dass Frauen hier robuster sind und Frauen sich schneller Hilfe holen". Bei Männern gebe es falschen Stolz und den Glauben, "uns schmeißt nichts aus der Bahn".
Untersuchung zu Hintergründen angekündigt
Der Landwirtschaftsminister kündigte zudem eine Untersuchung seines Hauses zu den Hintergründen der hohen Suizidrate an.