Polizei durchkämmt Notzingermoos – Experten prüfen Sichtung eines Jägers
Im Notzingermoos bei Oberding, nur wenige Kilometer vom Münchner Flughafen entfernt, sucht die Polizei seit Dienstagabend nach einem mutmaßlichen Puma. Ein Jäger hatte mit einem Nachtsichtgerät ein verdächtiges Tier gefilmt, wie der Focus berichtet. Nach erster Einschätzung eines Experten könnte es sich dabei um eine Raubkatze handeln, doch die Behörden betonen, dass die Tierart noch nicht zweifelsfrei geklärt ist. Das Landratsamt Erding rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf und warnte davor, Hunde frei laufen zu lassen oder kleine Kinder unbeaufsichtigt zu spielen. Die Aufnahmen werden weiterhin analysiert, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.
Hubschrauber und Hunde suchen vergeblich
Die Suche gestaltete sich bisher ergebnislos. Mit Hubschraubern, Drohnen und Wärmebildkameras durchkämmten die Einsatzkräfte das Naturschutzgebiet, doch weder Spuren noch Beutetiere oder Exkremente wurden gefunden, wie n-tv und die Süddeutsche berichten. In der Nacht auf Donnerstag gab es zudem einen Fehlalarm: Ein Sicherheitsmitarbeiter hatte auf einem Kamerabild ein verdächtiges Tier entdeckt, das sich später als Hauskatze entpuppte. Die Polizei setzte am Donnerstag zusätzlich Hunde ein, um mögliche Beuteteile aufzuspüren.
Keine Hinweise auf Puma-Halter in Bayern
Woher das Tier stammen könnte, ist unklar. Das Landratsamt Erding teilte mit, es gebe keine Hinweise auf einen Zirkus oder einen privaten Halter in der Region, wie nw.de und die Süddeutsche schreiben. Ein nahegelegener Zirkus in Hallbergmoos besitzt nach eigenen Angaben keine Raubkatzen. Auch Tierheime und Auffangstationen in der Umgebung verneinten, einen Puma vermisst zu haben. Pumas sind in Bayern nicht heimisch; ihr natürlicher Lebensraum liegt in Nord-, Mittel- und Südamerika, wie die Weltnaturschutzunion IUCN angibt.
Behörden warnen vor Panik und Hunden
Die Behörden betonen, dass die Bevölkerung nicht in Panik verfallen solle. Thomas Schreder, Vorsitzender des Kreisjagdverbands, riet zur Ruhe und warnte gleichzeitig davor, Hunde ohne Leine laufen zu lassen, um mögliche Konflikte zu vermeiden. Er selbst hält das gefilmte Tier nach Auswertung der Aufnahmen nicht für eine heimische Raubkatze wie einen Luchs, wie nw.de berichtet. Die Polizei bittet um Meldungen, falls das Tier gesichtet wird.
Frühere Sichtungen entpuppten sich als Fehlalarm
In der Vergangenheit hatten sich ähnliche Sichtungen in Deutschland oft als Fehlalarme herausgestellt. So wurde 2023 in Kleinmachnow bei Berlin nach einer vermeintlichen Löwin gesucht – am Ende handelte es sich höchstwahrscheinlich um ein Wildschwein. 2025 sorgte ein angeblicher Puma am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt für Aufsehen, doch ein Experte identifizierte das Tier später als Hauskatze, wie n-tv und die Süddeutsche berichten.