Nach den gewalttätigen Ausschreitungen vom Wochenende werfen der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Roßkopf, und Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) Politikern vor, die Tätergruppen nicht klar zu benennen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich zurückhaltend zur Beschreibung der Täter geäußert. Laut Polizeiangaben seien linksextreme und migrantische Gruppen maßgeblich an den Krawallen beteiligt gewesen.
Polizei sieht linksextreme und migrantische Täter
Nach den Ausschreitungen vom Wochenende hat der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Roßkopf, die Täter in einem "linksextremen und migrantischen Milieu" verortet. "Die gewalttätigen Ausschreitungen am Wochenende haben in einigen Bereichen eine Brutalität gezeigt, welche überhaupt nicht zu akzeptieren ist", sagte er der "Bild". Die Ermittlungen zur Feststellung der Straftäter liefen auf Hochtouren. Bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass ein Großteil der Täter linksextreme Menschen und Menschen aus migrantischen Gruppen gewesen seien.
Roßkopf kritisierte, dass einige Politiker die Fakten beschönigen wollten. Kollegen, die ihren "Kopf" für den Rechtsstaat hingehalten hätten, "bestätigen genau diese Tätergruppen in Ihren Berichten". Er forderte klare Worte und kritisierte insbesondere Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) für dessen zurückhaltende Äußerungen zur Täterbeschreibung.
Poseck unterstützt Roßkopfs Kritik
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) schloss sich Roßkopfs Einschätzung an. “Ich lade Herrn Pistorius gerne nach Frankfurt ein. Man merkt, dass er nicht dabei war”, sagte Poseck dem Fernsehsender “Welt”. Er sei selbst in Frankfurt auf den Straßen unterwegs gewesen und habe dort “gesehen”, dass Menschen mit Migrationshintergrund Gewaltexzesse verübt und brutal gegen Polizei und Sachwerte vorgegangen seien.
"Das heißt natürlich nicht, dass nicht die allermeisten mit Migrationshintergrund in unserem Land friedlich und rechtschaffen sind und auch ein ganz wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind." "Das hat der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt völlig zu Recht getan. Und Herr Pistorius verschließt hier aus meiner Sicht ein bisschen die Augen vor der Realität.”
Mehrheit der Festgenommenen mit Migrationshintergrund
Im Nachgang der Festnahmen bestätigte Poseck, dass "durchaus viele Festgenommene, die deutsche Staatsangehörigkeit haben". "Aber auch diese haben überwiegend einen Migrationshintergrund. Ich gehe momentan davon aus, dass 80 oder 90 Prozent derjenigen, die festgenommen wurden – und das ist natürlich die Spitze des Eisberges – einen Migrationshintergrund haben."