Der britische Schauspieler starb nach kurzer Krankheit in Los Angeles.
Der britische Schauspieler Patrick Stewart ist tot. Der 86-Jährige starb nach kurzer, schwerer Krankheit in seinem Haus in Los Angeles, wie seine langjährige Sprecherin Kelly Bush Novak der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Stewart litt an einer Alzheimer-Erkrankung sowie an der Lewy-Körperchen-Demenz, einer selteneren Demenzform, wie sowohl die «Welt» als auch der «Spiegel» berichten. Seine Familie und Freunde umgaben ihn bis zuletzt, wie es in einer Stellungnahme heißt: Er wurde in einer warmen Umarmung gehalten, umgeben von Live-Musik, Gebet und tiefen Emotionen.
Legende prägte Picard und Professor X
Weltberühmt wurde Stewart als Captain Jean-Luc Picard in der Serie «Star Trek: Das nächste Jahrhundert» und als Professor Charles Xavier in den «X-Men»-Filmen. Mit seiner markanten Stimme und ruhigen Autorität prägte er zwei der bekanntesten Figuren der Science-Fiction- und Superheldenwelt. Wie der «Focus» berichtet, begann seine Karriere bereits in jungen Jahren am Theater. Von 1966 bis 1982 gehörte er der Royal Shakespeare Company an und spielte klassische Rollen wie Macbeth oder Shylock. 2010 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.
Stimme und Talent unvergesslich verewigt
Stewarts Sprecherin betonte, sein einzigartiges Talent und seine sonore Stimme würden für immer mit unvergesslichen Darbietungen verbunden bleiben. Er habe die menschliche Existenz in all ihrer Komplexität erkundet und Hoffnung in die Weiten des «Marvel Cinematic Universe» sowie an Bord der «USS Enterprise» gebracht. Laut «n-tv» nahm seine Familie mit rührenden Worten Abschied und erinnerte an seine Würde, sein Mitgefühl und seine Menschlichkeit, die er in jede Rolle einbrachte.
Picard-Comeback bis kurz vor seinem Tod
Privat lebte Stewart in dritter Ehe mit der Musikerin Sunny Ozell in Brooklyn, New York. Noch 2020 feierte er ein Comeback als Captain Picard in der Serie «Star Trek: Picard». Die Fans betrauerten in dieser Woche bereits den Tod von Walter Koenig, der Pavel Chekov in der Originalserie spielte, wie die «Welt» erwähnt.
Theater rettete ihn aus schwieriger Kindheit
In seinen Memoiren «Making It So» schrieb Stewart über seine Liebe zum Theater und seine schwierige Kindheit in einem Arbeiterviertel in Yorkshire. Sein Vater, ein ehemaliger Regimentsfeldwebel, neigte zu Gewaltausbrüchen, wie der «Spiegel» berichtet. Stewart fand im Schauspiel eine Zuflucht und prägte mit seiner Arbeit Generationen von Fans.