Die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in deutschen Krankenhäusern ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Laut einem aktuellen Report der Barmer stieg sie im Schnitt um 8,7 Prozent. Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesländern, während andere Rückgänge verzeichneten. Die Krankenkasse warnt vor Überlastung und fordert Reformen.
Regionale Unterschiede bei Notfallbehandlungen
Laut dem Krankenhausreport der Barmer hat sich die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in deutschen Kliniken zwischen 2015 und 2024 von 12,3 auf 12,7 Millionen erhöht. Der Anstieg fiel jedoch regional sehr unterschiedlich aus. Während in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Fallzahlen um 18,7 beziehungsweise 19,9 Prozent stiegen, gingen sie in Bremen und Berlin um 15 beziehungsweise 14,6 Prozent zurück.
Laut Report behandelten Krankenhäuser in Baden-Württemberg 2024 im Verhältnis zur Einwohnerzahl rund 50 Prozent mehr ambulante Notfälle als der Bundesdurchschnitt. In Thüringen lag die Quote dagegen knapp 22 Prozent unter dem Mittelwert. Auch innerhalb der Kliniken gab es große Unterschiede: In jedem zehnten Krankenhaus verdoppelte sich die Zahl der Behandlungen, in weiteren zehn Prozent stieg sie um etwa die Hälfte.
Forderungen nach Reformen der Notfallversorgung
Barmer-Vorstand Christoph Straub warnte vor den Folgen der Überlastung durch nicht dringliche Notfälle. Diese gefährde die Patientenversorgung in den Notaufnahmen. Als Lösung schlug er eine verpflichtende telefonische Ersteinschätzung mit digitaler Unterstützung vor, die eine verbindliche Steuerung in die richtige Versorgungsebene ermöglichen soll – einschließlich Terminvergabe.
Die Belastung der Kliniken nahm laut Report nicht überall gleich stark zu. Während in zwei von fünf Krankenhäusern die Fallzahlen um 39 Prozent stiegen, sank sie in ebenso vielen Einrichtungen um 26 Prozent. Die Barmer sieht darin Handlungsbedarf für eine gleichmäßigere Verteilung der Notfallpatienten.