Tradition seit 150 Jahren: Stadtrat beschließt schrittweises Aus bis 2028.
Seit rund 150 Jahren sind Pferdekutschen ein fester Bestandteil des New Yorker Central Parks und eine beliebte Touristenattraktion. Doch nun steht das Aus für die traditionsreiche Branche bevor. Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, soll der Stadtrat der Millionenmetropole über ein Verbot abstimmen, das schrittweise bis zum 1. Juni 2028 in Kraft treten wird. Bürgermeister Zohran Mamdani und Stadtratsvorsitzende Julie Menin haben bereits angekündigt, sich auf den Gesetzesentwurf geeinigt zu haben und die notwendigen Stimmen dafür zu besitzen. Mamdani kommentierte: „Die Pferdekutschenbranche in New York City geht dem Ende entgegen.“
Tierschützer gegen Kutschfahrten in Manhattan
Tierschützer fordern seit langem ein Ende der Kutschfahrten, da sie die Pferde als überarbeitet, schlecht untergebracht und leicht panikbereit ansehen. Die Betreiber weisen diese Vorwürfe zurück und vermuten, dass die Immobilienbranche hinter den Verbotsinitiativen stehe, um die Ställe an der Westseite Manhattans lukrativ umbauen zu können. Mamdani betonte, die Stadt wolle die Rechte der Kutscher, Betreiber und Tiere schützen, ohne konkrete Details zu nennen. Stadtratsvorsitzende Menin schlug vor, dass einige Kutscher künftig Gäste in speziellen Rikschas durch den Park fahren könnten.
Fiaker in Wien trotz Kritik weiterhin beliebt
Das Vorgehen in New York wird auch an anderen Orten mit Interesse verfolgt. In Wien etwa sind die Fiaker trotz Kritik weiterhin sehr gefragt, wie Marco Pollandt vom Marktführer Silvia Paul Fiakerbetriebe gegenüber der Allgemeinen Zeitung erklärte. Nach der Corona-Pandemie sei die Nachfrage sogar stark gestiegen. Dennoch gab es im vergangenen Hitzesommer Proteste: Der Österreichische Tierschutzverein übergab Bürgermeister Michael Ludwig eine Petition mit 20.000 Unterschriften, die ein sofortiges Hitzefrei für die Pferde ab 30 Grad (bisher 35 Grad) fordert.
Prag verbietet Pferdekutschen aus Tierschutzgründen
In Prag sind die Pferdekutschen bereits seit 2023 verboten. Die Stadtverwaltung begründete dies mit dem Tierwohl, da die Bewegungsabläufe für die sozial intelligenten Tiere zu repetitiv seien und sie zudem Abgase einatmen müssten. Auch auf Mallorca gibt es seit Jahren Proteste gegen die Kutschen, obwohl das Rathaus in Palma bereits 2022 deren Abschaffung bis 2024 angekündigt hatte. Bisher ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge jedoch nicht vollzogen. Einige Gemeinden wie Capdepera, Alcúdia und Muro haben bereits Verbote oder Umstiegsregelungen eingeführt.