Bei der ersten israelischen Parlamentswahl seit den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 liegt die Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu laut Nachwahlbefragungen vorn. Weder Netanjahus Block noch das Mitte-Links-Bündnis um Ex-General Gadi Eizenkot erreichen jedoch eine eigene Mehrheit in der Knesset.
Wahlausgang ohne klare Mehrheit
Die israelische Parlamentswahl hat nach ersten Hochrechnungen keinen klaren Sieger hervorgebracht. Drei unabhängige Nachwahlbefragungen sehen die Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu zwar als stärkste Kraft. Doch zusammen mit seinen Verbündeten kommt der Likud-Block mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf die nötige Mehrheit in der Knesset.
Auch das Mitte-Links-Bündnis unter Führung des ehemaligen Generals Gadi Eizenkot, das laut den Befragungen etwas stärker geworden ist, verfehlt allein die Hälfte der Sitze. Damit steht Israel vor einer schwierigen Regierungsbildung.
Wahl im Schatten des Gazakrieges
Die Wahl war die erste seit den Terroranschlägen der Hamas am 7. Oktober 2023, die das Land tief erschütterten. Der anschließende Gazakrieg dauerte von Oktober 2023 bis Juni 2024 an und prägte die politische Landschaft Israels. Während dieser Zeit regierte ein Kriegskabinett, dem auch Oppositionspolitiker angehörten.
Die Folgen des Konflikts und die anhaltende politische Spaltung dürften die Koalitionsverhandlungen zusätzlich erschweren. Eine stabile Regierungsmehrheit ist derzeit nicht in Sicht.