Die Krise im deutschen Modehandel trifft ein weiteres bekanntes Unternehmen: Die Damenmodekette Liberty Woman hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreibt auch ein Geschäft in der Großen Straße in Osnabrück. Für die Kunden ändert sich zunächst nichts, doch die Zukunft der einzelnen Standorte steht auf dem Prüfstand.
Die Liberty Damenmoden GmbH mit Hauptsitz im westfälischen Lübbecke hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht ordnete am Donnerstag (5. November) ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren an. Die Geschäftsführung will die wirtschaftliche Krise nutzen, um das Unternehmen grundlegend neu aufzustellen.
Osnabrücker Filiale in bester Innenstadtlage
Auch für die Osnabrücker Innenstadt ist die Nachricht von Bedeutung: Liberty Woman betreibt ein Geschäft an der Großen Straße 37. Damit gehört auch ein Geschäft in einer der wichtigsten Einzelhandelslagen Osnabrücks zum Filialnetz des insolventen Unternehmens.
Eine unmittelbare Schließung müssen Kunden nicht befürchten. Nach Angaben der Unternehmensführung sollen sämtliche Filialen zunächst weiterbetrieben werden. Auch der Onlineshop bleibt erreichbar.
Ob die Osnabrücker Filiale dauerhaft erhalten bleibt, ist derzeit offen. Im Zuge der geplanten Sanierung sollen auch das Filialnetz und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Standorte überprüft werden. Konkrete Schließungspläne für Osnabrück sind bislang nicht bekannt.
Rund 600 Beschäftigte – mehr als 100 Filialen
Liberty Woman gehört zu den größeren Damenmodefilialisten in Deutschland. Das Unternehmen betreibt nach aktuellen Standortübersichten rund 115 Geschäfte in Deutschland und Österreich und beschäftigt etwa 600 Mitarbeiter.
Für die Belegschaft soll der Geschäftsbetrieb vorerst weiterlaufen. Die Gehälter der anspruchsberechtigten Beschäftigten sind für den gesetzlichen Insolvenzgeldzeitraum von bis zu drei Monaten über die Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Eine Vorfinanzierung ist vorgesehen.
Weniger Kunden und schwaches Geschäft mit Herbstmode
Als Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt Liberty Woman die angespannte Lage im Modehandel und rückläufige Besucherzahlen in den Geschäften. Hinzu komme eine schwächere Nachfrage nach Herbst- und Winterbekleidung, die das Unternehmen insbesondere auf die Witterung zurückführt.
Mit der Sanierung sollen nun unter anderem Einkauf, Warenplanung, Vertrieb und Marketing neu ausgerichtet werden. Auch die Kostenstrukturen und das Filialnetz werden überprüft. Gleichzeitig will Liberty Woman sein Onlinegeschäft stärken.
Bereits 2009 musste Liberty Insolvenz anmelden
Für Liberty Woman ist es nicht die erste wirtschaftliche Krise. Bereits 2009 durchlief das Unternehmen ein Insolvenzverfahren, aus dem es nach einer Sanierung hervorging.
Die Geschichte des Modehändlers reicht bis 1976 zurück. Damals eröffnete das erste Geschäft in Herford. Später verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Lübbecke und expandierte mit seiner Damenmode in zahlreiche deutsche Innenstädte.
In Niedersachsen ist Liberty Woman mit mehreren Geschäften vertreten. Neben Osnabrück gehören unter anderem Nordhorn, Leer, Braunschweig, Hildesheim und Lüneburg zum Filialnetz.
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