Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor der Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Seoul die Bedeutung der Beziehungen zu Südkorea betont. Er kündigte an, die Zusammenarbeit in Schlüsseltechnologien wie Halbleiter und KI auszubauen. Zudem erinnerte er an das 60-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens, das die historischen Verbindungen beider Länder prägte.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Fokus
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die deutsch-südkoreanischen Wirtschaftsbeziehungen als zentral für die Zukunft beider Länder bezeichnet. Vor der Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Seoul sagte er: "Wir wollen gemeinsam Innovationen schaffen und vermarkten – von der Halbleiterindustrie über Quantencomputing bis hin zur industriellen KI, über die wir heute schon ausführlich gesprochen haben. Erst das ermöglicht es uns, die Welt von morgen gemeinsam zu gestalten".
Die Partnerschaft solle nicht nur auf Technologie und Handel beruhen. Merz erklärte: "Unsere Partnerschaft wird lebendig durch die Verbindung zwischen Gesellschaften und Menschen". Dabei verwies er auf das 60. Jubiläum des Anwerbeabkommens, durch das "rund 10.000 Krankenschwestern nach Deutschland gekommen".
Historische Migration als Grundlage
Merz hob die Rolle koreanischer Migranten für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands hervor. "Sie folgten den fast 8.000 koreanischen Bergarbeitern und trugen damit zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes bei. Sie legten auch den Grundstein für die reichen zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern", betonte er. Die rund 10.000 Krankenschwestern und fast 8.000 Bergarbeiter hätten demnach nicht nur zum Wohlstand beigetragen, sondern auch die kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern gestärkt.
Die Werte der koreanischen Zuwanderer seien bis heute prägend. "bis heute, was unsere Partnerschaft stark macht, nämlich Kreativität, Neugier, Schaffenskraft, Fleiß und Ideen, wie wir gemeinsam die Zukunft gestalten können", erklärte der Bundeskanzler. Diese Eigenschaften seien ein Fundament für die weitere Zusammenarbeit.
Gemeinsame Werte und Zukunftsperspektiven
Merz unterstrich die gemeinsamen demokratischen Werte beider Länder. "Wir sind wehrhafte Demokratien, die aktiv für eine internationale Ordnung eintreten, die sich nach Regeln unter Gleichen richtet", sagte er. Deutschland und Südkorea teilten zudem die "bittere Erfahrung der Teilung", was sie besonders verbinde.
Mit Blick auf die Zukunft äußerte Merz die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung Koreas. "Ich wünsche, dass wir eines Tages auch die Geschichte der Wiedervereinigung Koreas miteinander teilen können", erklärte er abschließend.