Digitalgipfel: Kanzler betont Mensch im Mittelpunkt der Technologie
Beim Digitalgipfel der Bundesregierung in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Bedeutung menschlicher Werte in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz betont. Bei einer Begegnung mit einem humanoiden Roboter der Firma Neura Robotics unterstrich er, dass der Mensch und seine Würde im Zentrum der politischen Bemühungen stehen müssten. Merz sprach von einem epochalen Wandel und mahnte gleichzeitig Tempo in Europa und Deutschland an, wie die Allgemeine Zeitung und finanzen.net berichten. „Wir müssen, wir wollen Spitzenreiter werden“, zitieren beide Medien den Kanzler. Zugleich warnte er vor einer wachsenden technologischen Kluft zu den USA und China, die bereits führend in der KI-Entwicklung seien.
Deutschland muss KI-Ausbau in 18 Monaten schaffen
Der Abschlussbericht der KI-Taskforce der Bundesregierung, der beim Gipfel vorgelegt wurde, unterstreicht die Dringlichkeit: Die nächsten zwölf bis achtzehn Monate seien entscheidend, um den Anschluss im internationalen Wettbewerb nicht zu verlieren. Bis 2030 soll Deutschland zur „KI-Nation“ werden, mit konkreten Zielen wie der Verdreifachung der KI-Startups und der Nutzung von KI in 90 Prozent der Bundesbehörden. Die Taskforce plädiert zudem für eine Stärkung alternativer KI-Modelle durch Kooperationen mit Ländern wie Frankreich und Kanada, wie ad-hoc-news.de berichtet.
Arbeitswelt ohne Jobs – Musk und Minister streiten
Ein zentrales Thema des Gipfels war die Frage, wie KI die Arbeitswelt verändern wird. Während Tech-Milliardär Elon Musk in einem Interview mit dem Economist eine Zukunft ohne Erwerbsarbeit für möglich hält, in der Geld keine Rolle mehr spiele, lehnt Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) diese Vision ab. „Ich möchte diese Welt nicht haben“, sagte Wildberger der Deutschen Presse-Agentur. Er betonte, dass der Mensch den Prozess gestalten könne und dass menschliches Urteilsvermögen künftig sogar an Bedeutung gewinnen werde. Familienministerin Karin Prien (CDU) regte unterdessen an, hohe KI-Gewinne zu besteuern, um die gesellschaftlichen Umwälzungen abzufedern, wie die Welt berichtet.
KI-Doppelstrategie: Industrie und Forschung im Fokus
Merz betonte zudem die Notwendigkeit einer Doppelstrategie: Einerseits soll die industrielle Anwendung von KI gefördert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu sichern. Andererseits will die Bundesregierung die Forschung an künftigen KI-Modellen vorantreiben, darunter im Bereich der physischen KI. Ziel sei es, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne auf internationale Zusammenarbeit zu verzichten, wie ad-hoc-news.de darlegt. Der Digitalgipfel stand unter dem Motto „Shaping AI: safe, sovereign, competitive“ und unterstrich damit den Anspruch auf digitale Souveränität bei gleichzeitiger Wettbewerbsfähigkeit.