Die Berliner Polizei verzeichnete von Januar bis Juni 2026 insgesamt 585 Delikte mit Schusswaffengebrauch. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Zahl leicht an. Die Statistik erfasst auch Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen.
62 Schussabgaben als Straftaten gewertet
Für das Jahr 2026 meldete die Polizei 65 Schussabgaben, von denen nach manueller Prüfung 62 als Straftaten eingestuft wurden. Dabei wurden 118 Geschädigte erfasst, darunter zwei Tote.
Ermittlungen gegen kriminelle Netzwerke
Die Spezialeinheit "Ferrum" der Berliner Polizei leitete seit ihrer Gründung 708 Ermittlungsverfahren ein. Sie erwirkte 77 Haftbefehle und sicherte 73 scharfe Schusswaffen. Bei der Ermittlungsgruppe "Telum" der Staatsanwaltschaft Berlin waren bis Ende September 2026 258 Verfahren anhängig. In 19 Fällen wurden Anklagen erhoben oder Strafbefehle beantragt. Zu 61 Personen wurden Haftbefehle vollstreckt, bei neun weiteren gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Ermittler beobachten, dass kriminelle Netzwerke auch Minderjährige für Aufträge wie Brandanschläge oder Tötungsdelikte anwerben. Sie bezeichnen das Phänomen als "Crime as a Service", also Kriminalität als Dienstleistung.
Europol-Taskforce mit 300 Festnahmen
Europol hat für die Bekämpfung dieser Strukturen die länderübergreifende Taskforce Grimm eingerichtet. Seit April 2025 verzeichnete sie nach Angaben der Behörde 300 Festnahmen.