Oppositionsführerin nach zehn Monaten Abwesenheit wieder im Land
Nach knapp einem Jahr im Exil ist die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. „Ich bin hier. Bei euch“, schrieb sie am Sonntag im Onlinedienst X, wie der Spiegel berichtet. Ihr Verbündeter und früherer Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia bestätigte die Rückkehr der 60-Jährigen. Nähere Angaben zu ihrem Aufenthaltsort oder den Umständen der Rückkehr machten beide zunächst nicht. González Urrutia bezeichnete den Tag als „sehr wichtig für die Venezolaner“ und betonte, mit Machado kehre „unsere souveräne Stimme“ zurück, um den politischen Prozess zu lenken. Erst am Donnerstag hatten Tausende Menschen in Venezuela Machados Rückkehr gefordert, darunter rund 2.000 Demonstranten in der Hauptstadt Caracas, wie die Tagesschau berichtet. Weitere Proteste fanden im Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien statt, wo auch die Abhaltung von Wahlen verlangt wurde.
Flucht nach Nobelpreis-Verpassung
Machado hatte Venezuela im Dezember 2025 heimlich verlassen, nachdem sie seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024 untergetaucht war. Ursprünglich wollte sie zur Verleihung des Friedensnobelpreises nach Norwegen reisen, traf jedoch zu spät ein. Ihre Tochter nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Während ihrer Flucht brach sie sich nach Angaben ihrer Sprecherin einen Wirbel. Zuletzt lebte Machado im Exil in Panama, wo sie nach Angaben ihrer Partei Vente Venezuela mehrfach an einer Rückkehr gehindert wurde.
USA sehen Versöhnung als Schlüssel zur Rückkehr
US-Außenminister Marco Rubio führte die Rückkehr Machados auf von den USA unterstützte Versöhnungsgespräche zurück. Diese hätten die Voraussetzungen für ihre sichere Heimkehr geschaffen, erklärte Rubio. Im Zuge der Gespräche seien bereits Hunderte politische Gefangene freigekommen und Hunderte Oppositionelle aus dem Exil zurückgekehrt. Rubio rief alle politischen Kräfte Venezuelas auf, die Verhandlungen zu unterstützen, um freie Wahlen und eine dauerhafte Demokratie zu erreichen. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, die seit der Festnahme von Nicolás Maduro im Januar 2026 die Regierung führt, kündigte jedoch an, Machado müsse sich wegen angeblicher Unterstützung der US-Militäraktion, bei der Maduro festgenommen wurde, verantworten.