Eva von Angern könnte gegen Ulrich Siegmund antreten – SPD warnt vor Spaltung.
In Sachsen-Anhalt könnte die Wahl des Ministerpräsidenten im Dezember eine unerwartete Wendung nehmen. Die Linke erwägt, mit ihrer Fraktionschefin Eva von Angern eine eigene Kandidatin gegen den AfD-Politiker Ulrich Siegmund aufzustellen, wie die „Magdeburger Volksstimme“ berichtet. Von Angern betonte, ihre Partei wolle eine „echte Alternative“ zum AfD-Kandidaten bieten und warnte vor einer „rückwärtsgewandten Politik und Spaltung des Landes“. Eine finale Entscheidung soll in einer Fraktionssitzung fallen, zunächst für den ersten Wahlgang. Die Linke verfügt über acht Mandate im Landtag, doch für eine absolute Mehrheit wären 42 Stimmen nötig.
SPD warnt vor Alleingang der Linken
Die SPD reagierte mit scharfer Kritik auf den Vorstoß. Fraktionschefin Katja Pähle bezeichnete die angekündigte Kandidatur gegenüber dem MDR als „politischen Egotrip“ und warnte, eine allein von der Linken getragene Bewerbung könnte der AfD im dritten Wahlgang den Weg ebnen. Stattdessen fordert die SPD Gespräche zwischen den demokratischen Parteien, um eine gemeinsame Kandidatin oder einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Auch das BSW äußerte sich skeptisch: Claudia Wittig, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, nannte den Schritt „einen ambitionierten Beitrag zum politischen Unterhaltungsprogramm“ und verwies darauf, dass die Linke mit 8,6 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl am 6. September nur fünftstärkste Kraft geworden sei.
AfD braucht drei Stimmen für Mehrheit
Die AfD hatte die Wahl mit 43,8 Prozent deutlich gewonnen, doch für eine Mehrheit im Landtag fehlen Siegmund drei Stimmen. Die CDU-Fraktion hat angekündigt, den Saal während der Wahl zu verlassen, während das BSW eine Enthaltung plant. Siegmund selbst hat erklärt, nur in einem Wahlgang antreten zu wollen. Sollte die Wahl im ersten und zweiten Durchgang scheitern, könnte im dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen ausreichen.
Demokraten suchen Strategie gegen AfD-Regierung
Die politische Lage bleibt damit unübersichtlich. Während die Linke eine eigene Kandidatur prüft, betonen andere demokratische Kräfte die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Ob die CDU an ihrem Plan festhält, den Saal zu verlassen, wird auch von den Ergebnissen eines Landesparteitags am 5. Dezember abhängen, bei dem ein neuer CDU-Landesvorstand gewählt wird.