Hunderte Lehrer blockieren Zugänge, Polizei setzt Schlagstöcke ein
In Madrid ist es bei Protesten streikender Lehrer gegen die Bildungspolitik der Regionalregierung zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Hunderte Demonstranten blockierten die Zugänge zum Santoña-Palast im Zentrum der spanischen Hauptstadt, wo die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso an einer Veranstaltung teilnahm. Die Polizei ging gegen die Protestierenden vor, um den Zugang zum Gebäude freizumachen. Dabei wurden auch friedlich demonstrierende Lehrer und Lehrerinnen mit Schlagstöcken geschlagen und zurückgedrängt, wie der Fernsehsender RTVE berichtete. Ayuso warf dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und der „antidemokratischen Linken“ vor, eine „Strategie der persönlichen und institutionellen Schikane“ gegen sie zu orchestrieren.
Lehrer blockieren Autobahn mit Schulmobiliar
Bei einer weiteren Protestaktion blockierten rund 200 Lehrer mit Schulpulten und Stühlen am Stadtrand die Autobahn, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Die Aktion wurde nach etwa einer Stunde beendet. Wegen der angespannten Stimmung sagte die Bildungsministerin der Region, Mercedes Zarzalejo, einen geplanten Besuch an einer Schule ab.
Unbefristeter Lehrerstreik in Madrid eskaliert
Der unbefristete Streik der Lehrer in der Autonomen Gemeinschaft Madrid hatte am Mittwoch begonnen, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Gewerkschaften fordern mehr Personal, kleinere Klassen und bessere Arbeitsbedingungen. Sie werfen der Regionalregierung vor, nicht zu Gesprächen über ihre Forderungen bereit zu sein. Bereits am ersten Streiktag war es auf dem Campus der Universität Complutense zu einem größeren Polizeieinsatz mit fünf Festnahmen und mehreren Verletzten gekommen. Die Polizei hat eine interne Untersuchung eingeleitet, nachdem Bilder des Einsatzes heftige Kritik ausgelöst hatten.