Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den überraschenden Rückzug von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin mit Verständnis aufgenommen. Er wünscht ihr viel Kraft und betont, dass sie nach einem schweren Schicksalsschlag nicht einfach weitermachen könne, als wäre nichts geschehen.
Forderung nach Fortschritt bei Rentenreform
Kretschmer äußerte sich gegenüber der "Leipziger Volkszeitung“ und der „Sächsischen Zeitung“, die zum „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ gehören. „Ich verstehe, dass sie nicht einfach weitermachen kann, als wäre nichts gewesen“, so der CDU-Politiker.
Gleichzeitig forderte er die Bundesregierung auf, trotz des Personalwechsels mit den wichtigen inhaltlichen Vorhaben voranzukommen. "Gerade bei der Rente brauchen wir Lösungen, die langfristig tragen und die unterschiedlichen Erwerbsbiografien in Deutschland berücksichtigen. Für Sachsen ist dabei entscheidend, dass Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, nicht schlechter gestellt werden".
Position zur Rente mit 63 und Erwartungen an Schweitzer
Kretschmer hatte mit seinen ostdeutschen Amtskollegen gegen die geplante Abschaffung der vorzeitigen Rente für besonders langjährig Versicherte ("Rente mit 63") geworben. Eigentlich sollte der Reformvorschlag einer Rentenkommission mit Abschaffung der abschlagsfreien Frührente ohne Abstriche umgesetzt werden. Seit dem Streit stockt das Vorhaben.
Von seinem früheren Amtskollegen und künftigen Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) wünscht sich Kretschmer, dass er auch bei der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes für Bewegung sorgt. „Deutschland braucht mehr Flexibilität, weniger Bürokratie und bessere Bedingungen für Unternehmen und Beschäftigte. Der neue Arbeitsminister hat hier wichtige Aufgaben vor sich“, so der CDU-Politiker.