Casio bringt interaktives Plüschtier für 399 Euro auf den Markt
Ab Oktober 2026 wird das KI-gestützte Kuscheltier Moflin in Deutschland erhältlich sein. Der japanische Elektronikkonzern Casio bietet das etwa 260 Gramm schwere Plüschtier für 399 Euro an, wie der Merkur berichtet. Moflin reagiert auf Berührungen, Licht und Geräusche, bewegt sich und gibt Laute von sich. Laut Hersteller entwickelt sich das Verhalten des Geräts durch den Umgang mit seinem Besitzer weiter, um Nähe zu vermitteln. Sprechen oder gesprochene Sätze verstehen kann das Gerät jedoch nicht. In der Begleit-App MofLife lassen sich angezeigte Gefühle und vergangene Interaktionen einsehen.
KI-Haustier aktiviert Pflegeheimbewohner
In Pflegeheimen wird Moflin bereits getestet. Im Hamburger Hospital zum Heiligen Geist kommen seit Ende 2025 zehn Geräte zum Einsatz. Sprecher Enno Olbrich erklärt, die Moflins könnten Bewohner aktivieren und Gespräche anregen, ersetzten aber weder menschlichen Kontakt noch ein echtes Haustier. Eine Studie des Instituts Leistung Arbeit Gesundheit (ILAG) begleitete 50 Moflins in fünf Pflegeheimen. Studienautor Michael Bau berichtet, dass etwas mehr als die Hälfte der teilnehmenden Bewohner ernsthaftes Interesse zeigte. Zudem sei bei vielen Nutzern ein gesteigertes Wohlbefinden und eine stärkere soziale Teilhabe zu erkennen, wie ad-hoc-news.de schreibt. Langfristige Effekte seien jedoch noch unklar.
Senioren lehnen KI-Begleiter oft ab
Nicht alle Senioren reagieren positiv auf die KI-Begleiter. Einige lehnten die Geräte ab oder stuften sie als „Kinderkram“ ein, wie die ILAG-Studie zeigt. Fachleute betonen, dass Moflins menschliche Zuwendung nicht ersetzen können. Auch die University of Cambridge warnt in einer Studie zu KI-Spielzeug allgemein vor unbegleiteter, regelmäßiger Nutzung, die freies Spielen und die soziale Entwicklung beeinträchtigen könnte.
Moflin lernt durch Berührungen und Sprache
Casio selbst wirbt damit, dass Moflin durch Interaktionen lernt und sich anpasst. Die Technik im Inneren des Plüschtiers ermöglicht es, auf Berührungen und Ansprache zu reagieren. Ob das Gerät langfristig positive Effekte auf Nutzer hat, bleibt jedoch offen. Die ILAG-Studie unterstreicht, dass weitere Forschung nötig ist, insbesondere zu den Auswirkungen auf Kinder.