Die Junge Union hat am Freitag ihren dreitägigen Deutschlandtag begonnen. JU-Chef Johannes Winkel (CDU) forderte die Union zur Erneuerung auf und kritisierte die bisherige Politik als rückwärtsgewandt.
Beliebigkeit der Mitte funktioniert nicht mehr
Winkel betonte: "Wir müssen uns zwar nicht neu, aber wir müssen uns schon überhaupt positionieren". Er kritisierte die bisherige Positionierung der Union als beliebig: "Es wird ja einfach nur gesagt: Wir sind die Mitte. Punkt. Mitte heißt Mitte. Einfach eine These ohne Argument nach dem Motto: Einmal Mitte ohne alles, bitte. Aber diese Beliebigkeit, die funktioniert eben nicht mehr."
Die CDU agiere noch, als wäre das Jahr 2010. Große gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen seien unter der Oberfläche übersehen worden, so Winkel. "Es gibt und gab in den letzten 15 Jahren ganz viele andere Zeitenwenden, die unser Land genauso auf den Kopf gestellt haben. Ich nenne es einfach mal: Stille Zeitenwenden."
Neue Familienpolitik als Kern der Neuausrichtung
Für Winkel muss die Union die Mitte neu definieren. "In erster Linie ist das für mich eine neue Familienpolitik. Ich kann mich an keinen Wahlkampf in den letzten 15 Jahren erinnern, in dem Familien und junge Familien im Mittelpunkt standen".
Er forderte eine Union, die in der Mitte stehe, aber diese nicht beliebig aussehen lasse. Eine solche Mitte, die sich vom Zeitgeist nicht treiben lasse, könne die Geschichte der Union als "erfolgreichster Volkspartei in Deutschland" fortschreiben.
Wüst fordert Stopp von Sondierungen mit der Linken
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) forderte auf der Veranstaltung einen Stopp der Verhandlungen von Grünen und SPD mit der Linken in Berlin. Zudem kritisierte er die AfD als Verbündete der Feinde Deutschlands und Europas.
Die Bundesregierung rief er auf, sich zusammenzureißen und ihre Beschlüsse umzusetzen.