Freie-Wähler-Chef Aiwanger mit 55 Jahren in Berlin verstorben – Politik zeigt sich schockiert.
Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist am Mittwochabend im Alter von 55 Jahren tot in einem Berliner Hotelzimmer aufgefunden worden. Wie die tagesschau und der BR berichten, sollte Aiwanger an diesem Tag eine Rede bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros seiner Partei halten, ließ sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen vertreten. Später wurde er leblos in seinem Zimmer entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Berlin leitete ein Todesermittlungsverfahren ein, um die Todesursache und den Hergang zu klären sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen. Die genauen Umstände bleiben vorerst unklar.
Söder trauert um Aiwanger als starken Bayern
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich zutiefst erschüttert. Er bezeichnete Aiwangers Tod als „absolute Tragödie“ und würdigte ihn als „starken Bayern“ und „warmherzigen Menschen“, wie der BR und die tagesschau übereinstimmend berichten. Söder ordnete Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden an und kündigte ein Kondolenzbuch im Münchner Prinz-Carl-Palais an. Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek äußerten sich bestürzt und betonten Aiwangers Engagement für Bayern und seine Nähe zu den Menschen.
Freie Wähler verlieren prägenden Landesvorsitzenden
Die Freien Wähler, deren Landes- und Bundesvorsitzender Aiwanger war, reagierten mit tiefer Trauer. Fraktionschef Florian Streibl betonte, Aiwanger habe die Partei maßgeblich geprägt und Bayern ohne ihn werde „ein anderes sein“. Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) beschrieb die Situation als „surreal“ und würdigte Aiwangers Verdienste. Die Partei verschob ihren für Mitte November geplanten Bundesparteitag auf 2027.
Politiker aller Lager würdigen Aiwangers Einsatz
Auch Politiker aus anderen Bundesländern und Parteien äußerten ihr Mitgefühl. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) bezeichnete Aiwanger als „streitbaren Politiker mit Ecken und Kanten“, der für seine Überzeugungen gekämpft habe, wie der BR und t-online.de berichten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hob Aiwangers Verbundenheit mit seiner bayerischen Heimat hervor. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich „tief betroffen“ und würdigte Aiwanger als leidenschaftlichen Politiker, wie der Focus berichtet.
Aiwangers Tod hinterlässt tiefe Lücke in Bayerns Politik
Aiwanger hatte die Freien Wähler seit 20 Jahren geführt und die Partei 2008 erstmals in den bayerischen Landtag sowie 2018 in die Staatsregierung gebracht. Trotz politischer Kontroversen, etwa der Flugblatt-Affäre 2023, feierte er bei der letzten Landtagswahl ein Rekordergebnis von 15,8 Prozent. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine Lücke in der bayerischen Politik, die, wie viele betonen, so schnell nicht zu schließen sein wird.