EU-Klimadienst Copernicus meldet Rekordtemperaturen und extreme Trockenheit
Die ersten beiden Sommermonate haben in Westeuropa einen neuen Hitzerekord aufgestellt. Wie der EU-Klimadienst Copernicus mitteilt, lag die Durchschnittstemperatur in der Region im Juni und Juli bei 21,62 Grad – und damit 2,79 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Damit übertrifft der Wert den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022. Copernicus spricht von einer »außergewöhnlich anhaltenden Hitze« und verweist auf vier Hitzewellen seit Mai, was für die Region ungewöhnlich sei. Die Daten reichen bis ins Jahr 1950 zurück, teilweise sind auch frühere Aufzeichnungen verfügbar. wie die Tagesschau berichtet, war der Juli 2026 global gesehen der zweitwärmste je gemessene Monat, während der Juli 2023 weiterhin als heißester Monat gilt. In Europa selbst war der Juli 2026 mit 20,49 Grad im Schnitt nur der elftwärmste seit Aufzeichnungsbeginn.
Europa spaltet sich in Hitze- und Kältezonen
Ein ausgeprägtes Temperaturgefälle prägte die beiden Monate: Während West- und Südeuropa unter extremer Hitze litten, blieb es in Osteuropa und Skandinavien deutlich kühler. Auch in Deutschland zeigten sich regionale Unterschiede, wobei der Südwesten deutlich wärmer war als der Nordosten. Die extreme Trockenheit setzte sich in vielen europäischen Regionen fort, besonders betroffen waren Teile der Iberischen Halbinsel, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Großbritanniens. Der Feuchtigkeitsgehalt der Bodenoberfläche sei im Juli in Westeuropa deutlich niedriger gewesen als im Dürre-Juli 2022, so Copernicus.
Hitze und Dürre verstärken sich gegenseitig
Die Folgen der Hitze und Trockenheit waren vielfältig: Zahlreiche Länder meldeten Waldbrände, besonders in Frankreich und Spanien. Die Pegelstände großer Flüsse wie Rhein, Donau und Seine sanken auf außergewöhnlich niedrige Werte, was zu Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr, bei der Bewässerung und der Stromerzeugung führte. Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus, betonte, dass ausgetrocknete Böden ihre natürliche Fähigkeit zur Abkühlung verlieren, wodurch sich Hitze noch leichter aufbauen kann. Dies sei ein deutliches Beispiel dafür, wie der Klimawandel Hitzeextreme und Dürre gegenseitig verstärkt.
Weltmeere erreichen neue Rekordtemperaturen
Auch die Weltmeere erreichten im Juli Rekordtemperaturen. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur lag bei 20,96 Grad und überstieg damit den bisherigen Höchstwert von 20,89 Grad aus dem Juli 2023. Die Messwerte beziehen sich auf die Meere außerhalb der Polarregionen. Copernicus führt die hohen Temperaturen unter anderem auf das beginnende Klimaphänomen El Niño zurück, das sich im äquatornahen Pazifik ausbreitet und in den kommenden Monaten noch verstärken könnte. Entlang der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer wurden ebenfalls Rekordwerte gemessen, begleitet von starken maritimen Hitzewellen.