Der Osnabrücker Dermatologe Prof. Dr. Swen Malte John hat im Europäischen Parlament in Brüssel über den Schutz von Beschäftigten gesprochen, die im Freien arbeiten. Allein in Deutschland sind etwa sieben Millionen Menschen regelmäßig einer hohen UV-Belastung ausgesetzt, in der EU rund 70 Millionen. Die meisten Hautkrebsfälle wären vermeidbar.
John vom Institut für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm) war am 14. Oktober zu einem Expertenhearing ins Europäische Parlament eingeladen. Nach Angaben der Universität machte er dort deutlich, dass die meisten Hautkrebserkrankungen bei Beschäftigten im Freien mit geeigneten Präventionsmaßnahmen vollständig vermeidbar wären. Wer draußen arbeitet, ist oft über Jahre einer hohen, häufig unbemerkten UV-Strahlung ausgesetzt. Der Klimawandel verschärft dieses Risiko, während der Schutz vor Langzeitfolgen in Europa bislang lückenhaft ist.
Thema auch beim Dermatologen-Kongress in Wien
Auch beim Jahreskongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) in Wien stand der UV-Schutz von Outdoor-Beschäftigten im Fokus. „Wir haben alle wissenschaftlichen Informationen, die wir brauchen. Jetzt geht es darum, sie umzusetzen und dafür zu sorgen, dass Hautkrebs durch Sonne am Arbeitsplatz gar nicht erst entsteht“, sagte John. „Die WHO stellt fest, dass jeder dritte Hautkrebs-Todesfall durch Sonne bei der Arbeit bedingt ist und die Häufigkeit der Todesfälle seit 2000 um 88 Prozent zugenommen hat.“
Osnabrück an EU-Gesetzesinitiative beteiligt
Mit John ist die Universität Osnabrück maßgeblich an einer aktuellen Gesetzgebungsinitiative beteiligt, die vom Europäischen Parlament ausgeht. Ziel ist es, Menschen, die im Freien arbeiten müssen, angesichts des Klimawandels künftig besser zu schützen. Die Haut gilt dabei als Grenzschicht zur Umgebung als ein primäres Organ, an dem sich die zunehmenden Belastungen durch den Klimawandel zeigen. „Ich freue mich sehr, zusammen mit meinen Kollegen aus der EADV etwas für besseren Haut- und Arbeitsschutz auch auf Europäischer Ebene tun zu können. Jeder Mensch hat das Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz!“, so John.
