Der Vizevorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Andreas Audretsch, zeigt sich offen für eine grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene. Gleichzeitig hält er eine Zusammenarbeit mit der Union für möglich. Er kritisiert die Blockadehaltung der Linken-Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner.
Audretsch sieht Chance in Grün-Rot-Rot
Andreas Audretsch, Vizevorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte am Donnerstag dem "Spiegel": "Wir sehen gerade, dass Union und SPD gemeinsam nur Stillstand produzieren und alle gegen sich aufbringen. Wir brauchen einen Aufbruch für unsere Gesellschaft. Grün-Rot-Rot könnte dafür eine Hoffnung sein, natürlich unter klaren Bedingungen".
Zugleich betont Audretsch, dass auch eine Koalition mit der Union denkbar sei. Die Grünen regierten bereits erfolgreich mit der CDU in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Daraus könne auch für den Bund etwas Neues entstehen, sofern die Bedingungen stimmen.
Differenzen mit der Linken und CDU
Mit der Linken gebe es zwar Gemeinsamkeiten bei sozialen Themen, doch in der Außenpolitik und beim Thema Antisemitismus bestehe Klärungsbedarf, so Audretsch. Mit der CDU wären harte Verhandlungen beim Klimaschutz und bei sozialen Fragen nötig. Und es brauche „eine harte Absage an die Rechtsextremen der AfD“.
Kritik an Schwerdtner
Audretsch kritisiert die Linken-Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner, die kürzlich Überlegungen für eine Grün-Rot-Rote-Koalition eine Absage erteilt hatte. Es verwundere ihn sehr, dass Schwerdtner diesen Weg rigoros dicht mache und die Hoffnung begraben wolle.
Wenn es Schwerdtner ernst meine mit konkreten Veränderungen für die Menschen im Land und sie soziale sowie ökologische Politik machen wolle, dann sei jetzt die Zeit für Offenheit, nicht für Blockaden, so Audretsch.