Der Spitzenkandidat der Berliner Grünen, Werner Graf, hat das Gesprächsangebot der CDU als verspätet zurückgewiesen. Die Grünen planen bereits Koalitionsverhandlungen mit Linken und SPD, nachdem Sondierungen abgeschlossen wurden. Die CDU will mit ihrem Angebot eine rot-grün-rote Koalition in Berlin verhindern.
Grüne kritisieren Timing der CDU
Der Spitzenkandidat der Berliner Grünen, Werner Graf, hat das Gesprächsangebot von CDU-Chef Stefan Evers als verspätet bezeichnet. “ein wenig spät”, sagte Graf den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Er betonte, seine Partei stehe Gesprächen mit demokratischen Parteien grundsätzlich offen. “Wir versperren uns Gesprächen mit demokratischen Parteien nie. Das haben wir von Anfang an gesagt. Aber das ist jetzt ein wenig spät, nachdem unsere Partei beschlossen hat, Koalitionsverhandlungen mit Linken und SPD aufzunehmen”.
Graf kritisierte zudem die Strategie der CDU. "Das scheint mir alles ein wenig ohne Plan zu sein." Sein Vorwurf zielt darauf ab, dass die CDU erst jetzt aktiv wird, obwohl die Grünen bereits beschlossen haben, Koalitionsverhandlungen mit Linken und SPD aufzunehmen.
Hintergrund der Koalitionsgespräche
Die Berliner CDU hatte Grünen und SPD für den 3. November zu Sondierungsgesprächen eingeladen. Ziel des Angebots ist es, eine rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt zu verhindern. Stefan Evers, Vorsitzender der Berliner CDU, setzt damit auf eine späte Initiative, um die politische Landschaft zu beeinflussen.
Linke, Grüne und SPD haben bereits ihre Sondierungen abgeschlossen. Nach der erwarteten Zustimmung eines Linke-Parteitags am Samstag wollen die drei Parteien voraussichtlich ab kommendem Montag mit Koalitionsverhandlungen beginnen. Die Weichen für eine mögliche Regierungsbildung in Berlin sind damit gestellt.