Rund 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen Flammen am Obersalzberg
Ein gewaltiger Brand hat das historische Kehlsteinhaus oberhalb von Berchtesgaden erfasst. Das Gebäude, das während der NS-Zeit als repräsentatives Teehaus für Adolf Hitler errichtet wurde, stand am Freitagabend vollständig in Flammen. Wie die Berliner Zeitung berichtet, kämpften rund 200 Einsatzkräfte die ganze Nacht gegen das Feuer. Die schwierige Zufahrt auf 1834 Metern Höhe erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen und eine verdächtige Person vorläufig festgenommen. Ob diese mit dem Brand in Verbindung steht, wird noch geprüft, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte.
Logistische Hürden erschweren Löscheinsatz
Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks musste eine zusätzliche Wasserversorgung aufgebaut werden, da die exponierte Lage des Kehlsteinhauses den Einsatz schwerer Feuerwehrfahrzeuge behindert. An dem Großeinsatz waren Feuerwehrleute aus sechs Gemeinden, die Bergwacht, das Bayerische Rote Kreuz und die Polizei beteiligt. Am Samstagmorgen dauerten die Löscharbeiten weiterhin an.
Motorradfahrer festgenommen wegen Brandverdachts
Die Bild-Zeitung berichtet, es handele sich bei dem Festgenommenen um einen Motorradfahrer, der den Einsatzkräften auf dem Weg zum brennenden Gebäude entgegenkam. Ein Polizeisprecher sagte dem Blatt, es bestehe der Verdacht auf Brandstiftung. Die offizielle Mitteilung der Polizei bestätigte jedoch nur die Festnahme, ohne auf die näheren Umstände einzugehen.
Kehlsteinhaus: Vom NS-Prunkbau zur Gaststätte
Das Kehlsteinhaus, auch als „Eagle’s Nest“ bekannt, wurde 1937 und 1938 auf Initiative des NS-Funktionärs Martin Bormann errichtet. Es diente vor allem zur Beeindruckung ausländischer Gäste und Diplomaten. Seit 1952 wird das Gebäude als Berggaststätte betrieben und gehört dem Freistaat Bayern. Eine Ausstellung des Instituts für Zeitgeschichte informiert dort über die Geschichte des Bauwerks.
Keine Verletzten – Schaden noch unklar
Bisher gibt es keine Hinweise auf Verletzte. Die Einsatzkräfte durchsuchten das Gebäude vorsorglich nach möglichen Personen. Wie groß der Schaden ist und welche Teile des historischen Bauwerks erhalten werden können, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Die Polizei will im Laufe des Samstags über weitere Ermittlungsergebnisse informieren.