In Skandinavien gibt es einige Genussmittel, die längst auch bei uns ihre Fans gefunden haben, andere lernt man dagegen oft erst im Urlaub kennen. Wer sich kulinarisch durch Schweden, Norwegen und Dänemark probiert, stellt schnell fest, dass im Norden nicht nur Fisch auf den Tisch kommt.
Schweden liebt Snus – aber was gilt eigentlich in Deutschland?
In Schweden hat Snus eine lange Tradition. Der tabakhaltige Portionsbeutel wird unter die Oberlippe geschoben und kommt damit ganz ohne Rauch aus. Wer das Produkt aus dem Schwedenurlaub kennt, möchte es vielleicht auch zu Hause kaufen. Schnell stellt sich dann aber die bange Frage: Ist Snus in Deutschland legal?
Ganz so einfach lässt sich das nicht mit einem einzigen Ja oder Nein beantworten. Klassischer Snus enthält Tabak und darf in Deutschland nicht in Verkehr gebracht werden. Schweden nimmt innerhalb der EU eine Sonderstellung ein und darf ihn weiterhin verkaufen. Davon zu unterscheiden sind tabakfreie Nikotinbeutel, die im Alltag ebenfalls häufig als Snus bezeichnet werden.
Für Verwirrung sorgt also schon die Bezeichnung. Wenn von Snus die Rede ist, lohnt sich ein Blick darauf, welches Produkt damit tatsächlich gemeint ist.
Zur schwedischen Fika gehören Kaffee und etwas Süßes
Deutlich unkomplizierter wird es bei einer anderen schwedischen Vorliebe. Fika ist die traditionelle Kaffeepause, bei der es allerdings um mehr geht als einen schnellen Kaffee am Schreibtisch.
Gern gehört etwas Süßes dazu, allen voran die berühmte Kanelbulle. Die Zimtschnecke findet man in schwedischen Cafés praktisch überall. Visit Sweden beschreibt Fika sogar als fest verankerten Teil des schwedischen Alltags. Statt den Kaffee nebenbei herunterzutrinken, nimmt man sich Zeit und verbringt die Pause häufig gemeinsam.
Norweger mögen Käse, der nach Karamell schmeckt
Brunost sorgt beim ersten Anblick gelegentlich für Verwirrung. Der norwegische „Braunkäse“ sieht mit seiner karamellfarbenen Oberfläche nämlich anders aus als Gouda, Emmentaler und Co.
Seinen besonderen Geschmack bekommt er durch die Herstellung aus Molke. Beim Erhitzen karamellisiert der enthaltene Milchzucker und sorgt für die typische Farbe und das süßliche Aroma. Gegessen wird Brunost gern in dünnen Scheiben auf Brot oder Waffeln. Gerade die Mischung aus süß und herzhaft macht ihn für deutsche Gaumen zunächst ungewohnt. In Norwegen gehört er dagegen für viele Menschen ganz selbstverständlich auf den Frühstückstisch.
In Dänemark darf Lakritz gern salzig sein
Bei Lakritz scheiden sich bekanntlich die Geister. Dänemark macht es Unentschlossenen nicht unbedingt leichter, denn dort ist neben süßen Varianten auch kräftiges Salzlakritz beliebt.
Wer bisher nur Lakritzschnecken aus dem deutschen Süßwarenregal kennt, kann bei skandinavischen Sorten durchaus überrascht werden. Salmiak sorgt teilweise für einen Geschmack, der erheblich intensiver ausfällt als bei den hierzulande üblichen Varianten.
Inzwischen hat sich Lakritz in Dänemark außerdem weit über die klassische Süßigkeit hinaus entwickelt. Es taucht in Schokolade, Desserts und anderen Kombinationen auf und wird dabei teilweise ziemlich experimentierfreudig eingesetzt.
So unterschiedlich die drei Länder kulinarisch sind, einige ihrer Vorlieben haben längst den Weg nach Deutschland gefunden. Für Kanelbullar und Lakritz muss heute niemand mehr bis nach Skandinavien reisen. Brunost ist etwas schwieriger aufzutreiben und beim vermeintlichen Snus lohnt sich ohnehin erst einmal ein genauer Blick auf die Packung.
