Lkw mit Salpetersäure umgekippt – massive Einschränkungen im Verkehr und öffentliche Warnungen
Ein Lastwagen mit 23 Tonnen Salpetersäure ist in der Nacht auf der Autobahn 57 in Krefeld umgekippt. Dabei trat ein Teil der ätzenden Flüssigkeit aus, wie der WDR und der Spiegel berichten. Der Fahrer wurde verletzt und im Krankenhaus behandelt. Die Ursache des Unfalls ist noch unklar, wie die städtische Gefahrenabwehr mitteilte. Rund 10 Tonnen der Säure seien bereits ausgelaufen, die restlichen 13 Tonnen sollten in einen Ersatz-Lkw umgepumpt werden. Ein Spezial-Saugwagen aus Hagen wurde zur Bergung der ausgelaufenen Säure erwartet, wie der WDR weiter berichtet.
A57 gesperrt und Bahnverkehr eingestellt
Die Folgen des Unfalls sind massiv: Die A57 ist zwischen Krefeld-Oppum und Krefeld-Gartenstadt gesperrt, und die Sperrung soll voraussichtlich bis zum Mittag andauern. Auch mehrere Straßen in der Stadt sind betroffen. Der Bahnverkehr in Krefeld wurde komplett eingestellt, was zu Verspätungen und Ausfällen auf den Linien RE 7, RE 10, RE 42, RB 33, RB 35 und RB 37 führt. Die Beeinträchtigungen sollen bis etwa 12 Uhr anhalten, wie sowohl der WDR als auch die Tagesschau melden. Zudem sind Stadtbahnen und Busse auf mehreren Linien eingeschränkt oder umgeleitet.
Extreme Warnstufe: Schulen und Kitas geschlossen
Vier Schulen, fünf städtische und zehn nicht-städtische Kindergärten bleiben geschlossen. Auch die Müllabfuhr in Krefeld fällt aus, da der Fuhrpark im Gefahrenbereich liegt. Die Behörden warnten über die Warn-App Nina vor einer „extremen Gefahr“ – der höchsten Warnstufe. Die Bevölkerung im betroffenen Bereich wurde aufgefordert, sich in geschlossene Räume zu begeben, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Im Umkreis von 1.000 Metern um die Unfallstelle wurde eine Absperrung eingerichtet, wie der WDR und der Spiegel übereinstimmend berichten.
200 Einsatzkräfte bekämpfen Säureunfall
Rund 200 Einsatzkräfte, darunter auch spezialisierte Gefahrguteinheiten und die Werkfeuerwehr aus dem nahe gelegenen Chempark, sind im Einsatz. Die Bergungsarbeiten sollen voraussichtlich bis in den späten Nachmittag dauern. Parallel dazu finden Schadstoffmessungen statt. Bisher lagen alle Messwerte laut Gefahrenabwehr unter der Toleranzgrenze, eine Gesundheitsgefahr kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Der Leiter der Gefahrenabwehr betonte, dass die austretende Säure eine äußerst ätzende Wirkung habe und ein großer Gefahrenbereich bestehe.
Widersprüchliche Warnungen nach Säureunfall
Während der Spiegel berichtet, dass außerhalb des abgesperrten Bereichs keine Gefahr bestehe, warnt der WDR vor einer Gefahreninformation für das gesamte Stadtgebiet. Die Sirenen wurden vorsorglich ausgelöst, um die Bevölkerung zu warnen.