Regierung reagiert auf Plünderungen und Gewalt mit lokalen Maßnahmen
Nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende in Frankreich hat die Regierung lokale Ausgangssperren verlängert. Premierminister Sébastien Lecornu betonte, die Maßnahmen hätten die Lage beruhigt und würden daher fortgesetzt, wie der Focus berichtet. Die Ausgangssperren gelten vor allem in Städten wie Paris, Lyon, Lille und Marseille, wo es zu Plünderungen und Gewalt gekommen war. In Paris durften etwa der Bereich um die Place de la République und das Einkaufsviertel Les Halles in der Nacht nicht betreten werden, wie die Tagesschau mitteilt. In Lyon war der Aufenthalt auf der Straße nur mit triftigem Grund erlaubt.
Tausende Läden nach Unruhen beschädigt oder geplündert
Lecornu erklärte, die Sperren dienten dem Schutz von Geschäften und Eigentum vor weiteren Übergriffen. Laut Welt wurden mindestens 3.000 Läden beschädigt oder geplündert, Handelsminister Serge Papin korrigierte die Zahl sogar nach oben. Die Regierung sieht in den Ausschreitungen eine spezifische Kriminalität, die sich auf Plünderungen und den Weiterverkauf von Diebesgut konzentriert. Ein Ausnahmezustand wurde zwar nicht ausgeschlossen, gilt aber derzeit als nicht notwendig.
Spontane Proteste drohen am Wochenende eskalieren
Die Präfekten entscheiden vor Ort in Abstimmung mit den Bürgermeistern über weitere Maßnahmen. Für den kommenden Samstag sind erneut Proteste angekündigt, wie die Tagesschau berichtet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um organisierte Demonstrationen, sondern um spontane Aufrufe in sozialen Medien. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt machte in der Bild-Zeitung Linksextremisten und Migranten für die Gewalt verantwortlich.
Frankreichs Innenminister räumt Kontrollverlust ein
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez räumte unterdessen ein, dass die Behörden in einigen Städten die Kontrolle verloren hätten. Er bot seinen Rücktritt an, den Präsident Emmanuel Macron jedoch ablehnte. Nuñez betonte, es habe an vorausschauendem Handeln der Sicherheitskräfte gemangelt. Die EU und die Bundesregierung verurteilten die Ausschreitungen scharf und riefen zu umsichtigem Verhalten auf.