Die Zahl der wegen einer Fettleber behandelten Menschen in Deutschland wächst besonders bei den unter 40-Jährigen. Zwischen 2016 und 2025 stieg der Anteil um 59,5 Prozent, wie aus einer Sonderauswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung hervorgeht, über die der "Spiegel" berichtet. Grundlage sind ambulante Abrechnungsdaten der gesetzlich Versicherten.
Deutlicher Anstieg bei mehreren Volkskrankheiten
Insgesamt wurden zuletzt 3,13 Millionen Menschen wegen einer Fettleber behandelt, 2016 waren es noch 2,42 Millionen. Wegen Reflux ließen sich 5,87 Millionen Versicherte behandeln – ein Plus von 17 Prozent gegenüber 2016. Mehr als sieben Millionen gesetzlich Versicherte erhalten eine Therapie wegen Typ-2-Diabetes, wobei jährlich fast 510.000 neue Diagnosen hinzukommen.
Häufigere Untersuchungen als Grund für Anstieg
Die Daten erfassen ausschließlich Arztkontakte. Ein Teil des Anstiegs liegt laut Zi-Vorstandsvorsitzendem Dominik von Stillfried darin, dass Ärzte die Leber von Übergewichtigen und Diabetikern heute häufiger untersuchen als früher. Wer gar nicht zum Arzt geht, taucht in den Zahlen nicht auf. Gezielte Studien kommen daher auf ein Vielfaches der 3,13 Millionen Betroffenen.
Die Auswertung fällt in die aktuelle Debatte über die geplante Zuckergetränkesteuer. In einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums heißt es, die Steuer solle "zur weiteren Konsolidierung des Bundeshaushalts" dienen. Von Prävention ist dort keine Rede. Stillfried verwies auf England, dort habe die Abgabe gewirkt: "gerade bei den Jüngeren in der Bevölkerung, also bei denen, die besonders stark vom Anstieg der Fettleber betroffen sind".