DJ Felix Jaehn übt scharfe Kritik an Management und Plattenfirma. Er will sich künftig mehr künstlerische Freiheit verschaffen und thematisiert den Druck durch soziale Medien auf Künstler.
Kritik an Entscheidungshoheit von Management und Plattenfirma
Jaehn habe eine Reihe depressiver Songs geschrieben, sagte er dem "Tagesspiegel". "Das letzte Mal, als ich sie veröffentlichen wollte, haben mich Management und Plattenfirma davon überzeugt, es nicht zu tun, weil es nicht mit dem bestehenden Projekt vereinbar sei." Inzwischen wolle er sich solche Entscheidungen nicht mehr ausreden lassen und sein Team neu aufstellen, so Jaehn. "Die Musikbranche ist ein schlimmes Klischee. Das meiste von dem, was man über die Industrie denkt, stimmt."
Einfluss sozialer Medien auf Künstler
Auch den Einfluss sozialer Medien auf die Musikindustrie thematisiert Jaehn im "Tagesspiegel". Heute werde erwartet, auf den Plattformen aktiv zu sein. "Wenn ein Song dort nicht funktioniert, investiert die Plattenfirma häufig kein Geld in dich." Zudem funktioniere der geforderte Social-Media-Output meistens nicht ohne das eigene Gesicht, so Jaehn. Er sieht darin eine zusätzliche Anforderung an Künstler, die nicht nur Musik produzieren, sondern sich auch öffentlich präsentieren sollen.
"Der Traum, den ich als Jugendlicher hatte, wurde irgendwann zum Albtraum, weil ich mich auch gegen mich selbst durchkämpfen musste". "Jetzt ist es wieder mein Traum."