Der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Rainer Kirchdörfer, sieht den Standort Deutschland in Gefahr, sollten die Verschonungsregeln für Firmenerben bei der Erbschaftsteuer wegfallen. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt ab Montag über Klagen gegen die aktuellen Regelungen.
Verschonungsregeln als Existenzfrage
Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, sagte der "Rheinischen Post": "Die Verschonungsregeln für Betriebsvermögen wie Fabriken, Maschinen, Patente sind für Familienunternehmen existenziell wichtig. Sie dienen dazu, dass Familienunternehmen über Generationen hinweg bestehen können".
Ohne diese Regeln "wäre das für den Standort Deutschland eine Katastrophe." Zudem dürfe man "weitere Verschlechterungen der Standortbedingungen auf keinen Fall zulassen", so Kirchdörfer.
Folgen für Investitionen und Arbeitsplätze
Das Ausland beneide Deutschland um seine große Vielfalt an kleinen, mittleren und großen Familienunternehmen, erklärte Kirchdörfer der "Rheinischen Post". "Höhere Erbschaftsteuern auf Betriebsvermögen würden dazu führen, dass Familienunternehmen weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung hätten. Im Endeffekt würden sie auch Arbeitsplätze kosten. Es kommt entscheidend darauf an, die Verschonungsregeln für Betriebsvermögen zu erhalten".
Am 12. und 13. Oktober 2026 findet die mündliche Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zu den Verfassungsklagen gegen die Erbschaftsteuer-Regeln statt.