Bei Vegetationsbränden in Deutschland ist 2026 nach einer Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) doppelt so viel Fläche verbrannt wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Insgesamt fielen laut der Auswertung, aus der die Funke-Mediengruppe berichtet, 4.345 Hektar Fläche Bränden zum Opfer, was etwa 6.000 Fußballfeldern entspricht. Größer war die verbrannte Fläche zuletzt nur 2022 und 2025.
Nur ein Fünftel der in Deutschland verbrannten Fläche entfällt demnach auf Waldbrände, den deutlich größeren Teil machen Brände von Heide, Moor und Grünland aus. Zwei Prozent der verbrannten Fläche wurde landwirtschaftlich genutzt. Umweltökonom Adrian Santonja di Fonzo, Autor der Studie, weist darauf hin, dass Waldbrände, auch wenn sie einen kleineren Teil der Brände ausmachen, besonders schwere ökologische Schäden verursachen, weil die Bestände Jahrzehnte brauchen, um nachzuwachsen. Dass die drei Jahre, in denen zuletzt die meiste Fläche verbrannte, alle in die jüngere Zeit fallen, deute aus seiner Sicht auf eine Verschärfung der Lage in Deutschland hin.
Für die Bilanz der Brandsaison hat Santonja di Fonzo Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS ausgewertet. Die Satellitendaten ermöglichen eine Auswertung der noch laufenden Saison, die amtliche deutsche Waldbrandstatistik für 2026 wird erst im kommenden Jahr vorliegen. Die Auswertung bezieht sich auf die Jahre 2016 bis 2026, weil Änderungen in der Erfassung einen Vergleich mit Daten aus Vorjahren schwierig machen.
EU-weit dritthöchster Wert seit zehn Jahren
Auch in Südeuropa machen sich zunehmende Hitze und Trockenheit als Folge des Klimawandels in den Feuerstatistiken bemerkbar: Laut DIW-Analyse verbrannten EU-weit bis Ende September rund 742.000 Hektar Fläche. Das entspricht dem dritthöchsten Wert zu diesem Zeitpunkt des Jahres in den vergangenen zehn Jahren. Wegen der höheren Temperaturen ist die Brandsaison im Süden des Kontinents allerdings noch nicht vorbei, eine finale Bilanz des Jahres deshalb laut Untersuchung noch nicht möglich. Mit Abstand der größte Teil der verbrannten Fläche (310.000 Hektar) befindet sich demnach in Spanien, gefolgt von Italien (130.000 Hektar) und Frankreich (110.000 Hektar).
Im Mittelmeerraum zeichnet sich damit eine Trendwende ab: Fortschritte bei der Brandbekämpfung hatten dort dafür gesorgt, dass das Ausmaß der verbrannten Fläche seit den 1980er-Jahren gesunken war. Mehrere Brandjahre mit großen Schäden seit 2020 deuten jetzt darauf hin, dass diese Entwicklung an ein Ende gekommen sein könnte.