Die Pläne der AfD zur Lockerung der Schulpflicht und Ermöglichung von Hausunterricht stoßen auf scharfe Kritik. Elke Hannack vom DGB betont, Bildung sei ein sozialer Prozess, der gemeinsame Lernräume brauche. Bildungsexperte Axel Plünnecke vom IW warnt vor verschärfter Bildungsarmut.
Schulpflicht als Grundlage für Chancengleichheit
Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, sagte der "Rheinischen Post", Bildung sei immer ein sozialer Prozess. Ohne Schulpflicht würde Kindern das Recht auf gute Bildung genommen.
Vielfalt, Demokratie, Verantwortung, Respekt und gesellschaftlicher Zusammenhalt ließen sich nur in gemeinsamen Lernräumen erfahren und gestalten. Dafür brauche es qualifizierte Fachkräfte und staatliche Aufsicht. Alles andere mache Bildung vom Zufall abhängig – zulasten von Kindern und Jugendlichen.
IW-Experte: Förderinfrastruktur statt Hausunterricht
Bildungsexperte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sagte, um die Bildungschancen zu verbessern, sollte die Förderinfrastruktur an Kitas und Schulen ausgebaut und verbessert werden.
Sprach- und Leseförderung sollte in den Einrichtungen ausgeweitet, die Lehrkräfte zusätzlich bei der individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen durch multiprofessionelles Personal in den Bereichen Schulsozialarbeit und Schulpsychologie unterstützt werden. Eine Abschaffung der Besuchspflicht würde diesen Maßnahmen entgegenlaufen und die Probleme bei Bildungsarmut eher verschärfen.